Wettbewerb Beitrag Nr. 10: Es war

Es war

Wettbewerb Beitrag Nr. 10

 

Es war…

einer dieser Sommer mit Morgenkühle und blankem Himmel, der Freude auf Abenteuer, überwucherten Beeten der Gärtnerei, dem alten Zaun mit gebrochenen Latten, die lose hingen an rostigen Nägeln, umgestürzten Marmorsteinen, deren ausgewaschene Buchstaben der Nachwelt erzählten, von wessen Grab sie stammten, in deren Nähe wir gerne spielten und Reden hielten zur Ehre derer, deren Leben wir erdachten, schmalen Gleisen, zwischen denen Löwenzahn wuchs und Wegwarte, dem steilen Hohlweg, der in den Wald führte, sperrigen Wurzelstufen, über die wir aufwärts sprangen, voller Freude und Erwartung, dem Wäldchen zu, in dem es so still war, dass wir unsere Schritte knacken hörten auf der Nadelstreu, wo das Sonnenlicht geheimnisvolle Flecken auf den Boden zauberte, der großen Lichtung mit den vielen Brombeersträuchern, die wir durchpflügten, trotz der Stacheln, die unsere Beine und Arme zerkratzten, nur die schwarzen Beeren im Sinn, deren süßer Saft unsere Lippen rot färbte, dem Hügel mit der bunten Sommerwiese, wo wir uns voller Lust ins hohe Gras warfen, zwischen leuchtend roten Mohn und Pechnelken, Wiesensalbei und Margeriten, und uns darauf freuten, den Hang hinab zu rollen, schneller, immer schneller, bis wir am Fuße des Hügels zum Stillstand kamen, uns aufrichtend, die Kleidung von Gras und Halmen befreiten, mit einem kleinen Gefühl der Schuld, wegen der vielen Grasflecken auf Hemd und Hose, mit denen Mutter viel Arbeit haben würde.

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