Warme Schokolade – Short Story von Diana Ohmann

Warme Schokolade – Short Story von Diana Ohmann

Warme Schokolade – Short Story von Diana Ohmann

Diana Ohmann aus Köln schreibt nur ab und zu in ihrer Freizeit und braucht, um sich Zeit für dieses Hobby zu nehmen, einen Push, wie das inspirierende Speedwriting-Seminar von Schreibwerk Berlin.

Warme Schokolade

Die Frau schreit so in den Hörer

„Und wieso ist es dann schon nach drei Tagen kaputt?“ Die Frau schreit so in den Hörer, dass ich das Gefühl habe, ihre Speichelfetzen treffen auf meine Ohrmuschel und ich kann nur mühsam der Versuchung widerstehen, mir mit der Schulter das Ohr abzuwischen.

Ich stelle mir mein telefonisches Gegenüber vor: Wahrscheinlich ist sie Anfang 40, blonde Haare, sehr blond, natürlich gefärbt. Sie ist schlank, bestimmt hat sie einen von diesen Personaltrainern, der sie zur Bestform anregt. Und sie hat so einen kleinen Hund, so eine Trethupe, der auf ihrem Schoß sitzt, während sie mich anschreit und sich zu einer kleinen Kugel zusammengerollt hat, damit weniger von dieser lauten, hohen Stimme bei ihm ankommt. Ich verdrehe innerlich die Augen, vielleicht ist sie auch klein, rothaarig und pummelig, wer weiß das schon. Ist ja auch völlig egal.

Immer lächeln am Telefon

„Das habe ihnen bereits versucht zu erklären“, sage ich so ruhig wie möglich und atme noch einmal tief durch bevor ich ein Lächeln aufsetze. Immer lächeln am Telefon, das haben wir in der Fortbildung „Wie wandle ich Kundenreklamationen positiv für das Unternehmen um“ gelernt. Dein Telefonpartner spürt, wenn du ein freundliches Gesicht machst, auch wenn er dich nicht sieht.  Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass die Fratze, zu der ich mein Gesicht jetzt verziehe, irgendetwas an der Laune der Dame in der Leitung ändern wird.

„Ich kann leider telefonisch nicht herausfinden, was den Defekt ausmacht, es tut mir sehr leid“, säusele ich.

Ich reibe mir die Schläfen

Warum habe ich heute nur so grauenhafte Kopfschmerzen? Und die Telefone meiner Kollegen laufen heiß, immer wieder dieser schrille Klingelton und alle sprechen durcheinander. Besonders Yvonne spricht immer mit diesem Organ, das man quer durch den ganzen Raum hört. Ich reibe mir die Schläfen. In modernen Callcentern, so habe ich gehört, klingeln die Telefone nicht mehr, sie blinken nur und alle haben Kopfhörer auf und hören von den anderen nichts.  Nicht wie in unserem Sechser-Büro, wo es permanent klingelt und alle durcheinander sprechen. Du hörst die Flöhe husten, hat meine Mutter immer zu mir gesagt, weil ich jedes noch so kleinesGeräusch wahrnehme. Das kommt mir hier wirklich nicht zugute.

Zum wiederholten Male entschuldige ich mich für die Unannehmlichkeiten und biete ihr unseren Rücksendeservice an. Mein Gesicht tut schon weh von den angespannten, nach oben gezogenen Mundwinkeln.

Mit klopfendem Herzen

Ich blende kurz das Geschrei am anderen Ende der Leitung aus, weil Sandra vor mir steht und Zeichen macht. Die Kolleginnen wollen Mittagspause machen. Ich habe heute keinen Telefondienst in der Pause und kann mit den anderen in das Bistro auf der anderen Straßenseite essen gehen. Das Gespräch mit der unangenehmen Kundin ist jetzt beendet, denn es gibt nichts, das ich nicht bereits gefühlte zwanzig Mal wiederholt habe. Gerade als ich meine Jacke angezogen habe, klingelt es erneut. Ich sehe kurz gewohnheitsmäßig auf die Nummer im Display und erstarre.

„Geht schon vor“, sage ich zu Sandra, „ich komme sofort nach.“ Und mit klopfendem Herzen nehme ich den Hörer auf.

Sandra murmelt etwas von „Mach doch mal Pause!“ vor sich hin und zieht kopfschüttelnd mit Yvonne ab.

„Firma Konstantin Müller, mein Name ist Hannah Blumsath, was kann ich für Sie tun?“

Noch bevor mein Gesprächspartner antwortet, werden schon meine Hände feucht, wenn ich auch sonst nichts behalten kann, an Nummern und Stimmen erinnere ich mich immer.

„Mein Name ist Jonathan Mai“, sagt eine Stimme die nach Schokolade klingt. Nach Schokolade, die außen knackig ist und innen einen weichen Kern hat, so wie Kinderschokolade.

„Ich habe letzte Woche schon mal mit Ihnen telefoniert.“

Zwei Mal, denke ich. Du hast zwei Mal letzte Woche angerufen und jedes Mal habe ich gedacht, dass du die schönste Stimme hast, die ich je in meinem Leben gehört habe.

„Ich glaube ich habe sogar mit Ihnen gesprochen. Ihre Stimme kommt mir so bekannt vor. Sie klingen sympathisch“, sagt er. Jetzt lächele ich wirklich, während meine Hände noch feuchter werden.

Große braune Augen

In meinem Kopf ist Jonathan Mai Anfang 30, etwa einen Kopf größer als ich und hat sehr große braune Augen mit langen, dunklen Wimpern.

„Es ist so“, fährt er fort, “dass ich etwas bestellt habe und es bis heute noch nicht angekommen ist und ich wollte fragen …“

„Ich erinnere mich an Sie“, sage ich viel zu schnell. „Sie vermissen Ihren MP3-Player.“

Noch bevor er mir antwortet habe ich auf dem Bildschirm schon die Vorgangsnummer aufgerufen, die ich ebenfalls noch im Kopf habe.

„Ja, genau!“ Ich höre Jonathan Mai lächeln.

Wahrscheinlich ist sein Mund breit, vielleicht ein bisschen zu breit und er hat volle Lippen und erste Lachfältchen um die Augen. Wie blöd, dass ich schon meine Jacke angezogen habe, jetzt schwitze ich regelrecht.

Dann sagt die Schokolade: „Sie haben ein gutes Gedächtnis. Ich möchte das Gerät verschenken…“

An wen, denke ich? Wem schenkst du einen MP3-Player?

„…und da ich vorher noch Musik draufspielen wollte…“

Was für Musik hörst du wohl? Oh, zu dir würde schwarze Soulmusik passen. Genau, bestimmt bist du ein Fan von the Weeknd oder du hörst die alten Michael Jackson Platten.

„…würde ich ihn wirklich dringend benötigen. Können Sie mir vielleicht weiterhelfen?“

Sie sind ein Schatz

Ich? Und wie ich dir weiterhelfen könnte. Und wer braucht schon einen blöden MP3-Player. Ich räuspere mich kurz. Vom Bildschirm starrt mich die Information darüber, wo sich seine Bestellung aktuell befindet, in schwarzen Buchstaben an.

„Es tut mir leid“, sage ich dann. „Ich kann leider zu ihrer Bestellung in unserem System nichts herausfinden. Aber ich werde mich persönlich darum kümmern. Darf ich Sie heute Nachmittag zurückrufen?“ Hoffentlich zittert meine Stimme nicht.

„Oh ja, das ist wirklich sehr nett von Ihnen, Sie sind ein Schatz. Ein Rückruf wäre toll. Ich warte dann darauf.“

Und ich erst, denke ich, als ich auflege.

Wie geschmolzene Schokolade

Das Gespräch hat fast zehn Minuten gedauert. Die anderen haben sicher schon längst ihr Essen. Dennoch mache ich mich auf den Weg nach unten. Vor dem Aufzug ist eine lange Schlange, also nehme ich die Treppe für die drei Etagen von unserem Büro zum Erdgeschoß. Puh, ich sollte wirklich etwas Sport treiben. Klopft mein Herz so schnell von der Anstrengung oder hat es vielleicht doch mit der Stimme von Jonathan Mai zu tun. Wenn ich die Augen schließe, kann ich sie ganz deutlich wie geschmolzene Schokolade in meinem Kopf hören.

Draußen ist es sehr windig und nieselt noch genau wie heute Morgen. Ein Auto hupt laut, als ich die Straße überquere. Ganz in Gedanken habe ich es gar nicht kommen sehen. „Pass doch auf!“, schreit der Fahrer, ein junger Mann mit dünnem Ziegenbärtchen, aus dem geöffneten Fenster. Ich mache eine entschuldigende Handbewegung und überquere die Straße. Besteht mein ganzer Tag nur aus Entschuldigungen?

Auf Diät?

Im Grünzeug herrscht Hochbetrieb, wie jeden Mittag. Stimmengewirr, Gelächter und Besteckklappern. Sandra und Yvonne haben einen Platz am Fenster ergattert und essen Salat. Ich setze mich zu den beiden und bestelle mir eine Cola.

„Na, auf Diät?“ Yvonne wirft einen Blick mit hochgezogener Braue auf mein Getränk, als es vor mir abgestellt wird. „Du solltest wirklich ein bisschen mehr auf deine Ernährung achten. Weißt du, abnehmen wird nicht einfacher, wenn man die Dreißig erst überschritten hat.“

Ich denke immer, dass ihre Stimme eine Oktave zu hoch und zu laut ist, wie eine rostige Tür, die dringend geölt werden müsste. Es wäre schön, wenn sie mit einem Knopf ausgestattet wäre, an dem man den Ton einfach etwas leiser stellen könnte. Das wäre überhaupt eine feine Sache, für viele Leute.

„Hab‘ ich euch eigentlich erzählt“, plappert sie weiter, „dass meine Freundin Mona einen Heiratsantrag erhalten hat? Von dem Typen, den sie vor drei Monaten über Date-me kennengelernt hat. So kann’s gehen!“ Sie wendet sich wieder an mich. „Weißt du Hannah, das wäre auch was für dich! Wo du doch nie ausgehst. Melde dich doch mal auf der Plattform an, da kannst du Männer kennenlernen. Du brauchst ja erst mal nicht dein echtes Foto einzustellen, wenn du sie erst mal am Haken hast, ist es vielleicht ganz egal, wie du aussiehst.“

Nett ist die kleine Schwester von Scheiße

„Na!“, schaltet sich Sandra ein. „Jetzt mach aber mal einen Punkt, Yvonne! Wenn Hannah sich zurechtmacht, sieht sie sehr nett aus!“

Sie lächelt mir zu. Nett ist die kleine Schwester von Scheiße, denke ich.

„Das meine ich doch gar nicht.“, sagt Yvonne und zieht eine Schnute. „Das machen im Internet doch alle so.“

Ich stelle mir vor, wie in einem Café Leute sitzen, alle mit einem Bild von ihrem falschen Gesicht vor der Nase und darauf warten, dass sie ihr Internetdate treffen, das ebenfalls ein Bild von irgendeiner anderen Person vor dem Gesicht hängen hat. Dessen Stimme sie ja noch nicht mal kennen. Wie reizvoll ist das denn?

Ich denke an Jonathan Mais Stimme und verspüre ein warmes Kribbeln in der Magengegend. „Hannah, du bist so abwesend! Ist alles ok mit deiner Mutter?“

Sandra hat eine angenehme Stimme, ein bisschen wie Erdbeereis mit ganzen Früchten. Ich nicke und lege zwei Euro auf den Tisch.

„Ich muss los!“, sage ich. „Muss noch was erledigen.“

Jakob raschelt in seinen Papieren

Im Rausgehen höre ich Sandra zu Yvonne sagen: „Dass du immer darauf herumhacken musst, dass sie keinen Freund hat. Du weißt doch, dass sie sich um ihre krebskranke Mutter kümmert. Wann soll sie denn ausgehen?“ „Ich mein‘s doch nur gut“, höre ich Yvonne maulen, „und zum Frisör wird sie es doch wohl noch schaffen, oder?“, bevor sich die Tür hinter mir schließt.

Ich gehe nicht direkt zurück zu meinem Arbeitsplatz, sondern begebe mich in die Versandabteilung. „Ich suche ein Paket“, sage ich zu Jakob, dem Versandleiter und nenne ihm die Vorgangsnummer. Jakob raschelt in seinen Papieren.

„Ach ja, das, was schon letzte Woche rausgehen sollte und fälschlicherweise im Wareneingang gelandet ist. Das ist versandfertig und steht da vorne. Wird heute noch von DHL abgeholt.“

„Kann ich das Paket haben?“, frage ich mit klopfendem Herzen. „Der Kunde wollte noch was mit mir klären und ruft mich gleich zurück. Eventuell muss da noch was rein.“

Mir ist heiß, wahrscheinlich bin ich schon knallrot im Gesicht. Das passiert immer, wenn ich lüge.

Jakob runzelt seine Stirn über den buschigen Brauen. „Das ist nicht üblich“, sagt er mit seiner tiefen, brummigen Stimme, „dann muss ich den Vorgang ändern. Wenn es schon zum Versand fertig ist, kann man nicht noch etwas dazutun, dann stimmen die Daten nicht mehr überein.“

„Ich weiß“, sage ich schnell. „Aber der Kunde wartet doch schon so lange auf sein Paket, da würde ich ihm wirklich gerne diesen Gefallen tun. Machst du eine Ausnahme, ja? Bitte?“

Ich versuche meinen flehentlichsten Augenaufschlag.

„Na gut, ausnahmsweise!“, brummelt Jakob. „Aber wehe ich kriege Ärger, weil das Paket nicht ordnungsgemäß rausgeht!“.

„Nein, nein, dafür sorge ich schon“, rufe ich schnell, greife mir das Päckchen und mache mich aus dem Staub, bevor er es sich noch anders überlegen kann.

Bilder von einem blöden Gaul

Halb drei. Immer wieder, während ich die Beschwerden und Reklamationen von Kunden aufnehme und mein aufgesetztes Lächeln schon in meinem Gesicht festgefroren ist, fällt mein Blick auf das Päckchen unter meinem Schreibtisch. Jonathan Mai, Nizzaallee 72. Schöne Altbauwohnungen hat es dort. Bestimmt wohnt er oben und hat einen Blick über den Park.  Ich habe Jonathan Mai natürlich schon gegoogelt. Leider gibt es irgendein Rennpferd, was diesen Namen trägt, und alles, was hoch kam, waren Bilder von einem blöden Gaul.

Sobald ich das aktuelle Gespräch, ein älterer Herr, dessen Stimme nach abgestandenem Sauerkraut klingt und der Probleme beim Batteriewechsel hat, beendet habe, werde ich Jonathan Mai zurückrufen. Ich habe keine Ahnung, was ich ihm sagen werde. Eigentlich will ich ihm gar nichts sagen, sondern nur seine Stimme hören. Immer wieder.

„Mai.“ Er ist sofort am Apparat, vielleicht rufe ich ihn gerade bei der Arbeit an. Aber wenn, ist es dort still, angenehm still. Nicht so ein ständiger Tumult, wie in unserem Büro. „Hannah Blumsath von Konstantin Müller. Ich rufe sie wegen ihres MP3 Players an.“ Für eine Freundin ist ein MP3-Player zu unpersönlich, oder? Obwohl… wenn man Musik draufspielt, könnte es auch sehr persönlich werden. Verdammt, mir wird wieder heiß.

Mein Blick fällt auf das Päckchen

„Also wegen Ihrer Bestellung…“, setze ich noch mal an und mein Blick fällt auf das Päckchen.  Soll ich wirklich? „Ich habe herausgefunden…“

„Ich finde das wirklich nett, dass Sie mich zurückrufen. Vielen Dank für den Service.“ Geschmolzene, warme Schokolade läuft mir aus dem Ohr, vom Hals über den Rücken.

„Also ich…“ Wieder fällt mein Blick auf das kleine Paket. „..konnte leider noch nichts herausfinden. Aber morgen müsste ich die Info haben. Darf ich Sie morgen noch mal anrufen?“ Ich elender Feigling.

„Ja, natürlich!“, sagt Jonathan Mai. „Ich würde mich wirklich freuen,….“ Wenn ich dich anrufe? „…wenn das Gerät dann bald gefunden würde.“

„Ich danke Ihnen für Ihre Geduld“, sage ich und frage mich, was ich mir nur bei der ganzen Geschichte gedacht habe. Als könnte ich jetzt jeden Tag bei ihm anrufen. Spätestens morgen würde er seine Bestellung stornieren. Am besten würde ich das Gerät schnell in den Versand zurückbringen, dann käme es vielleicht morgen bei ihm an. Oder morgen früh in den Versand bringen. Dann könnte ich wenigstens noch einmal mit ihm sprechen.

Quietschend fährt die Bahn

Um fünf Uhr mache ich Feierabend.  Meine Kopfschmerzen sind noch schlimmer geworden. Als ich den Computer herunterfahre, schaut mich Jonathan Mais Paket von unter dem Tisch an. Ich verharre kurz und dann nehme ich das Päckchen in die Hand und renne die drei Treppen herunter. Mein Kopf hämmert, aber ich höre nicht auf zu laufen, bis ich an der Bahnhaltestelle ankomme. Den Zug in Richtung des Hauses meiner Mutter lasse ich fahren und steige in die entgegengesetzte Richtung ein und lasse mich in einen Sitz fallen. Quietschend fährt die Bahn an. Im Fenster betrachte ich meine Silhouette und versuche mir mit Fingern die Haare zu richten. Hatte ich nicht früher auch mal einen Lippenstift in der Tasche?

Die zwei Blocks bis zur Nizaallee gehe ich im Laufschritt. Nicht wegen des Nieselregens, sondern weil ich Angst habe, dass ich umkehre, wenn ich stehenbleibe. Der Verkehrslärm umhüllt meinen Kopf wie Watte.

Blaues Licht blitzt

Vor der Hausnummer 72 stehen mehrere Polizeiautos.  Blaues Licht blitzt mich von allen Seiten an. Zwei uniformierte Beamte, kleben gerade mit Absperrband den Gehweg ab. Als ich mich langsam dem Hauseingang des Mehrfamilien-Altbaus nähere, legt sich eine schwere Hand von hinten auf meine Schulter. „Wo wollen Sie hin?“, fragt die knarzende Stimme des Polizeibeamten während seine Hand auf meiner Schulter mich zu ihm hindreht.

„Ich … ich habe ein Päckchen abzuliefern für Jonathan Mai. Ich komme von der Firma Konstantin Müller.“

„Für Jonathan Mai?“, der Beamte Stimme zieht eine Augenbraue hoch. „Dann geben Sie mal her!“

„Nein! Wieso?“ Ich drücke das Päckchen fest an meine Brust. „Was ist denn hier überhaupt passiert?“

„Das hier ist ein Tatort, das sehen Sie jawohl, junge Dame! Geben Sie mir jetzt bitte das Päckchen und dürfte ich um ihren Namen bitten?“

„Ich? Wieso ich? Mein Name ist Hannah Blumsath und will zu…“

„Karl!“, ruft der Polizist mit der knarzenden Stimme. „Du solltest besser mal herkommen. Das hier ist Hannah Blumsath!“

Ein weiterer Beamte schiebt sich aus der Menge der Gaffer, die auf die Straße stehen geblieben sind und kommt auf mich zu. Meine Knie sind weich und ich schnappe nach Luft. „Frau Blumsath? Inspektor Krull. Dann müssen wir Sie ja gar nicht erst suchen. Dürfte ich Sie bitten, mit mir zu kommen?“ Ich reiße die Augen auf. „Mitkommen? Ich? Aber warum?“

„Weil ihr Name auf den Zettel steht, der neben der Leiche liegt. Folgen Sie mir jetzt bitte?“ Und das ist das letzte, was ich höre, bevor meine Knie ganz nachgeben und ich Inspektor Krull in die Arme sinke.

Hanne Landbeck

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