Ein Mittsommernachtstraum – von Wolfgang Wimmer

Dieser Text entstand im Speed-Writing (der Gewinn des Wettbewerbs „Warum schreiben Sie“?) – und ist etwas länger geworden, als die üblichen Speed-Writing-Texte

Ein Mittsommernachtstraum – von Wolfgang Wimmer

Die Sonne war nicht wirklich untergegangen. Die Nacht war hell und weich gewesen. Sommer in Norwegen. Marla hatte lange Zeit an Deck gestanden und den silbern glitzernden Bugwellen nachgesehen, bis sie sich an den Felsen brachen. In den Fjorden war die Küste so nah, dass man das Harz der Wälder riechen konnte. Marla fröstelte. Sie war fit für ihr Alter. Man sah ihr die fünfundsechzig Jahre nicht an. Aber jeder Morgen brachte Schmerzen, die dann tagsüber leichter wurden. Sie nahm keine Medikamente. Nicht aus Stolz. Marla wollte einen klaren Kopf haben.

Wenn der Schmerz doch so stark wurde, dass sie stehen bleiben musste, dann nur, um den Krampf im Brustkorb abklingen zu lassen. Wenn das harte Zwerchfell den Atem stoppte und sie ihr Blut in den Ohren rauschen hörte, sah sie in den Augen ihrer Enkelin Laura ihren nahen Tod.

Heute war heute

Aber heute war heute und morgen war morgen. Marla zog den Wollschal fester um ihre Schultern. Ihr linker Oberarm drückte die lederne Handtasche, die wie ein Teil von ihr war, fester an den Oberkörper. Marla und ihre unmodische Tasche. Das war ein unzertrennliches Duo. Aber keiner außer Marla wusste, dass der Inhalt der Tasche Zuwachs bekommen hatte. Einen harten metallenen Gegenstand. Es war nicht einfach gewesen, Lukas, ihren alten Studienkollegen aus Oslo, dazu zu bringen, ihr seine Armee-Pistole zu „leihen“.

Marla hatte alles seit langem geplant. Wie ein Film war ihr die Szene ihrer Rache an Olaf wieder und wieder abgelaufen – bis die Diagnose kam. Beate und Laura würden sie niemals alleine auf die Kreuzfahrt nach Trondheim lassen. Der Plan musste geändert werden.

Sie fuhr mit ihrer Enkelin Laura, der einzigen Tochter von Beate, ihrer Tochter. Drei Frauen. Keine Männer. Da gäbe es Erzeuger. Klar. Aber keiner war geblieben. Marla hatte gehofft, dass es für Beate anders sein könnte. Beate hatte oft nach dem Papa gefragt. Marla konnte ihrer Tochter nie in die Augen sehen, wenn sie immer wieder die gleiche Geschichte erzählte. Eine Geschichte, die sie selbst glauben wollte. Aber die Wahrheit sah anders aus.

Das blau-graue Nichts

Marla hatte ihr Praktikum in Trondheim bekommen, als sie dreiundzwanzig war. Sie studierte Meeresbiologie und hatte einen Platz an der Uni in Oslo. Maria war die einzige Studentin, die mit vier weiteren männlichen Studenten für drei Monate in die Forschungsstation durfte, sie war glücklich und stolz. Die Station war ständig mit vier Biologen belegt. Außerdem gab es ein Forschungsschiff für sonographische Tests.
Die Praktikanten wurden in einfachen Holzhäusern unterhalb des Leuchtturms untergebracht. Die vier Jungs, die mit ihr dort waren, waren noch keine Männer, obwohl sie sich so aufführten. Einer davon war Lukas. Zwischen Marla und Lukas knisterte es, aber beide waren zu schüchtern, um auch nur einen Funken daraus zu schlagen.

Die Crew, die das Boot betreute und auch technische Aufgaben in der Station übernahm, bestand aus drei Mann. Alles „Eingeborene“ aus Trondheim. Ruhige, wortkarge Nord-Leute. Burg, der älteste, brachte manchmal seinen Sohn Olaf als „Hand on deck“ mit. Olaf war schwierig. Es sah aus wie eine Mischung aus James Dean und Marlon Brando. Er war auf einer Ölplattform als Mechaniker gewesen. Da wurde er gefeuert. Die Leute munkelten was von Aggression, Kontroll-Verlust, Alkohol. Auf jeden Fall war Olaf jetzt an Land und arbeitslos.

Wenn er in den Raum kam, blieb die Luft kurz stehen. Olafs Energie war wie eine Droge. Faszinierend und tödlich gefährlich zu gleich. Sogar die älteren Männer waren leise und vorsichtig mit ihm.

Es war Olafs Hand

Nach zehn Tagen Vorbereitung kam Marla zu ersten Mal mit aufs Schiff. Sie hatte noch keine „See-Beine“ und das Schiff keine Gangway. Man musste von der Kaimauer auf das Deck springen. Marla zögerte. Lukas versuchte, ihr die Hand zu reichen. Marla versuchte, sie zu greifen. Da fasste eine knorrige Schaufel nach ihrer Hand. Marla klammerte sich daran. Eine Welle von absoluter Sicherheit und Vertrauen erfasste Marla. Ihr Herz raste, und ihr war fast schlecht vor kribbelnder Hilflosigkeit.

Es war Olafs Hand, die sie einfach über den Abgrund trug. Sie konnte sich nicht erinnern, gesprungen zu sein. Auf Deck stolperte sie hilflos in Olaf. Er stank nach Diesel, Fisch Tabak und Restalkohol. Marla schloss die Augen und hätte den Rest ihres Lebens in diesem Gestank verbringen können. Als sie wieder aufsah, fiel ihr Blick in das blau-graue Nichts von Olafs Augen.

Der Schleier riss. Da war keine Wärme, kein Gefühl. Marlas Herz schrumpfte. Mit einem „Danke“ machte sie sich los, packte ihren Rucksack und ging unter Deck. Lukas half ihr, die Koje zu finden. Es gab keine „Zimmer“, nur zwei Räume mit je sechs Kojen, die wie Stockbetten übereinander geschichtet waren. Keine Privatsphäre. Marla hatte das gewusst. Trotzdem wünschte sich jetzt gerade nichts mehr als ein eigenes Bett, eine Toilette mit Dusche und eine Tür, die man hinter sich zumachen kann. Das Schiff legte ab und die praktische Arbeit begann. An Deck ging es Marla schnell besser.

Marla und Lukas waren für die Auswertung der Schlepp-Boje verantwortlich. Die musste dreimal am Tag ausgesetzt und mit einer Winde wieder eingeholt werden. Zusammen mit Lukas war es gerade noch möglich, alleine unmöglich. Marla wollte um jeden Preis ihren „Mann“ stehen. Sie drücke ihr ganzes Gewicht auf die Kurbel der Winde, aber nichts bewegte sich. Und da war wieder der eklige Geruch von Ungewaschenem und Testosteron. Olaf hatte sich über sie gebeugt, eine Hand auf ihre gelegt, und durch den gemeinsamen Druck begann die Winde sich zu bewegen. Ein leichtes Grinsen zog seine Mundwinkel nach oben und Marla spürte seinen Blick auf ihr. Es fühlte sich an, als ob er ihr langsam ein Kleidungsstück nach dem anderen auszog. Wiederwillen wich einer ungewohnten Erregung. Marla konnte sich nicht lösen.

Sie konnte den Geruch nicht loswerden

Dann war Olaf weg. Einfach weg. Marla konnte den Geruch nicht loswerden. Sie wollte auch nicht. Nach drei Tagen legten sie wieder in Trondheim an. Marla hatte Olaf nur beim Essen in der winzigen Messe gesehen. Das Gefühl war weg. Wie nie da gewesen. An dem Abend wollte Marla nur noch ins Bett und endlich alleine sein. Ausgiebig heiß duschen und dann in der weißen Daunendecke kuscheln. Sie hatte noch einen Rest Creme dabei, den sie sich genussvoll über den ganzen Körper verteilte. Die Berührung tat gut. Nach den harten Tagen war es schön, gestreichelt zu werden.

Eigentlich wollte Marla noch lesen. Ihre Augen waren aber zu schwer. Und der Film, der jetzt hinter den Liedern ablief, auch zu angenehm. Marla döste in den Traum. Ein Geräusch vor der Tür schreckte sie hoch. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie durch die Dunkelheit, als ob sie verschwinden könnte, wenn sie vollkommen regungslos blieb. Ein Strahl Licht fiel in den Raum, fahles Mittsommer-Licht. Dann wurde die Tür weiter aufgeschoben. Mit dem Licht kam der Geruch, den sie so gut kannte.

Dann stand Olaf vor ihr. Ohne Scham. Als wäre das so verabredet. Mit der linken Hand zog er die Daunendecke von Marlas Körper und ließ sie achtlos auf den Boden fallen. Marla hatte nach der Dusche und dem Eincremen nichts angezogen. Jetzt lag sich wie gelähmt vor Olaf. Langsam knöpfte er seine Levis auf und ließ sie bis auf die Knie rutschen. Marla wollte schreien, als sich die riesige Hand auf ihren Mund legte. Wie in einem Film, den man nicht stoppen konnte, zwang Olaf sich zwischen ihre sich aufbäumenden Beine. Eine riesige Welle brach über ihr zusammen. Alles drehte sich und nahm ihr die Luft. Bilder rauschten vorbei.

Dann war Ruhe. Marla lag auf der Couch auf der andern Seite des Zimmers. Die Decke lose auf ihr. Ohne Ahnung, wie sie dahin gekommen war. Der Geruch nach Olaf war überall. Marlas Bauch weinte. Nicht die Augen. Wie in Trance stand sie auf und ging in die Dusche.

Später konnte sie sich nicht erinnern, wie lange sie in der Dusche war. Sie wusste nur, dass Lukas an der Türe klopfte und wieder und wieder nach ihr rief. Sie hatte ihren Jogginganzug angezogen, darüber den Laborkittel. Dann saß sie irgendwann mit den Anderen am Tisch. Auf dem Weg ins Labor hatte Lukas sie gefragt, ob alles okay sei. Marla sah ihn mit großen Augen an und nickte nur. Olaf tauchte nicht mehr auf. Auch auf dem Schiff war er nicht mehr dabei. Burg antwortete auf Fragen nach Olaf mit vagen Andeutungen. Neuer Job auf einem Fischkutter …

Aquavit und Wodka

Der Sommer und das Praktikum gingen zu Ende. Am letzten Abend vor der Abfahrt nach Oslo gab es eine kleine Feier. Alle waren total betrunken von Aquavit und Wodka. Marla musste raus und kotzen. Lukas war hinter ihr und versuchte, ihr die Haare aus dem Gesicht zu halten. Da kam der Anfall. Wie verrückt schlug Marla auf Lukas ein. Sie schlug blind in sein Gesicht und heulte wie ein verletztes Tier. Lukas war hilflos und versuchte Marias Hände zu halten. Langsam wurde sie ruhiger. Der Zusammenbruch ebbte in einem leisen Weinkrampf ab. Marla sank in sich zusammen.

Lukas setzte sich neben sie und nahm ihren Kopf in seine Arme. Er hörte nur zu. Marla beschrieb die Nacht mit Olaf. Die Angst, die Scham, die Einsamkeit. Und sie erzählte Lukas, dass sie schwanger war. Lukas war still. Marla konnte aufhören zu weinen. „Willst du es behalten?“ war alles, was Lukas rausbrachte. Marla nickte nur. „Wenn du willst“, dann bin ich der Vater, Marla. Ich liebe dich. Auch so…“ Marla schien gar nicht zuzuhören. Sie drehte ihr Gesicht zu Lukas und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Das bist du ab jetzt. Danke“.

Und dann wischte Marla sich die Tränen und die Reste des Erbrochen aus dem Gesicht und stand auf. Ohne sich umzusehen ging sie in ihr Häuschen, packen. Lukas und Marla sprachen nie wieder über diese Nacht. Marla bewarb sich in der ersten Woche in Oslo für ein Auslandsstudium in Berlin und bekam den Platz sofort. 
Sie verabschiedete sich von keinem Kommilitonen, auch nicht von Lukas.
Ihre Familie war in Aalborg in Dänemark. Ihr Vater Biologe an der Uni. Alle fanden es ganz normal, dass Marla nach Berlin ging. Exzellente Uni. Warum nicht.

 In Berlin war die junge Studentin schwanger

In Berlin war die junge Studentin eben schwanger. Mit Hilfe der Beratungsstelle und Unterstützung fing für Marla als ledige Studentin und Mutter ein fremdes und einsames Leben an. Als Beate sprechen und fragen konnte, erzählte Marla ihr die Geschichte von Lukas, dem Studenten, mit dem Marla damals in Trondheim eine Nacht verbracht hatte und der ohne zu wissen, dass er Vater geworden war, zu einem Forschungsauftrag nach Brasilien ging. Sie behauptete, dass man nie wieder von dem Forschungs- Schiff gehört habe, das in der Antarktis vermisst wurde. Die kleine Beate bekam immer riesige feuchte Augen und wollte das Foto von Papa sehen.

Marla hatte tatsächlich eines von Lukas, auf dem sie beide in gelber Schutzkleidung am Kai in Trondheim stehen. Marla ernst wie immer und Lukas mit einem schüchternen kleinen Lächeln. 
So wuchs Beate auf. Und so wurde sie ebenfalls, mit noch nicht mal zwanzig Jahren, allein erziehende Mutter – von Laura. Der Vater war Musiker auf Tournee und weit weg, als Laura auf die Welt kam. Beate war zu stolz, seinen Namen anzugeben. Später gab es immer wieder „Papas“, aber keiner blieb lange genug um ins Leben von Beate und Laura zu wachsen. Die drei Frauen waren sich genug.

Eines Nachts traute sie sich nach Trondheim

Bis Facebook auch bei Marla auf dem abgelegten Laptop, den ihr Laura eingerichtet hatte, landete. Marla hatte angefangen, Spaß daran zu finden, auf Google Earth Orte zu besuchen, an denen sie mal gewesen war. Und eines Nachts traute sie sich nach Trondheim. Vorsichtig schwebte sie vom Satelliten auf die Bucht von Trondheim und dann rüber auf die Landzunge mit der Forschungsstation, dem Leuchtturm und den Holzhäuschen. Alles wurde wieder lebendig. Sie weinte. Und da war auch wieder der Geruch. Olaf stand wieder vor ihr und zog die Decke weg. Und da wusste Marla, dass das Kapitel noch nicht abgeschlossen war. Ihre eigene Scham und Schuld mussten weg. Mussten sich in Rache umwandeln. Der Fleck war zu klebrig.

Von Laura hatte sie gelernt, Leuteim Netz zu finden. Sie wusste ja, wie er hieß. Olaf Bjornstaal. Kein durchschnittlicher Name. Marlas Herz war am Zerspringen, als das kleine Apple-Rädchen anfing, sich zu drehen und das weite internationale Netz nach Olaf absuchte. Sie hoffte, dass da nichts zu finden wäre. Aber Olaf Bjornstaal hatte eine Facebook-Seite. Er wohnte in Trondheim, war Leuchtturmwächter und hatte anscheinend einen Sohn, der Ron hieß und achtundzwanzig Jahre alt war.

Und da waren Fotos von Olaf. Immer noch rau und unnahbar, aber leer. Wo war die Energie, die Marla damals spürte? Marla beschloss, diese Angelegenheit ein für allemal zu beenden. Ein Plan fing an sich zu formen. Reise an den Ursprung, Kreuzfahrt. Nochmal „nach Hause“. So konnte sie es Beate verkaufen. Aber was dann, wenn sie in Trondheim war und tatsächlich Olaf gegenüberstand? Rache, aber wie? Auf einmal war es ihr klar. Sie würde nur Ruhe haben, wenn sie beide, Marla und Olaf, nicht mehr lebten. Dieser Gedanke fühlte sich gut und richtig an.

Es war nur ein kleiner Schritt, um Lukas auf Linkedin zu finden und ihn anzuschreiben. Lukas war Single geblieben. Auf dem Foto sah er immer noch wie ein schüchterner Junge aus. Auf Marlas Mail kam sofort Antwort. Lukas schrieb, dass er an der Uni unterrichtete. Er war im Zivilschutz aktiv, um nicht Militärdienst leisten zu müssen. Er schrieb, dass er nie im Leben die Pistole, die man ihm mitgegeben hatte, benutzen würde. Auf den Fotos gab es keine Frau, aber einige nette Männer, mit denen Lukas anscheinend mehr als nur befreundet war. Marla interessierte nur die Pistole. Der Plan ging auf: Sie musste nach Oslo, von Lukas die Pistole bekommen und dann als Touristin nach Trondheim.

Dann kamen aber die Schmerzen

Dann kamen aber die Schmerzen. Und die Diagnose. Sie habe maximal noch ein halbes Jahr, sagten die Ärzte. Marla fand das irgendwie in Ordnung. Ein halbes Jahr war völlig ausreichend. Aber Beate machte Stress. Zuerst war ihr Machtwort: „Auf keinen Fall“. Da biss sie sich bei Marla aber die Zähne aus. Das nächste Angebot war: „Gut, dann komme ich eben mit!“. Das passte nun überhaupt nicht in Marlas Plan.  Bis sie sich einigten, dass Laura quasi als Krankenschwester mitkam. Laura hatte das Abi mit Bravour geschafft und Belohnung stand an.

Zuerst fuhren sie von Berlin nach Oslo, wo sie das Schiff nahmen. Vorher aber absolvierte Marla einen kleinen Ausflug zu Lukas. Laura bekam die Story von einem „ehemaligen Liebhaber“, den Marla alleine sehen wollte, aufgetischt.

In der Zeit von Marlas besuch bei Lukas ging Laura Eis essen. Marla war schon nach zwanzig Minuten wieder zurück. Sie hatte feuchte Augen und nur sie fühlte, dass die Handtasche nun etwas schwerer war. Es war nicht einfach gewesen, Lukas die Pistole abzuschwatzen. Marla war klar, dass Lukas ihr nie die Waffe geben würde, um Olaf zu erschießen. Aber mit einer Kugel der Krankheit, die sie langsam auffraß, zu entkommen, das hatte er, widerstrebend, verstanden. Und dass sie das an dem Ort, an dem sie zugleich am glücklichsten und unglücklichsten gewesen war, tun wollte, leuchtete ihm schließlich auch ein.

Vier Tage waren sie nun auf dem Schiff. Laura war glücklich. Marla fütterte sie mit Geschichten von „damals“. Die meisten waren so erfunden wie der „Opa“, der in der Antarktis verschwunden war. 
Und jetzt war es soweit.

Der Kopf des Lotsen tauchte auf

Im Morgengrauen sah Marla den Lotsen-Kutter an der Gangway des Kreuzfahrtschiffes anlegen. Ein junger Mann sprang geübt von der Reling auf die Gangway und kletterte zügig auf Deck. Marla war ohne Plan auf das Deck gegangen, auf dem die Gangway ausgefahren wurde. Nun wurde sie neugierig. Der Kopf des Lotsen tauchte auf. Der Körper, der folgte, kam Marla seltsam bekannt vor. Muskulös und geschmeidig. Marla fühlte, dass man ihm vertrauen konnte. Obwohl er noch wie ein Junge wirkte, der gerade aus der Schule kam. Wie selbstverständlich übernahm er sofort das Kommando. Marla sah gebannt zu. Etwas passiert mit ihr. In ihr. Zuerst dachte sie, es sei ein neuer Schub Schmerzen. Aber das war etwas anderes. Sehr alt und begraben und schon fast vergessen. Sie kannte diese Energie. Sogar der Geruch des jungen Mannes war ihr bekannt. Viel feiner als in ihrer Erinnerung, aber bekannt. Sie stand wie versteinert da, hin und her gerissen zwischen Anziehung und Abstoßung.

Die Offiziere schienen die Touristin nicht zu bemerken. Aber der junge Lotse drehte sich zu ihr und sah sie lange an. Er machte ein paar Schritte auf sie zu und strecke wie selbstverständlich seine Hand aus. „Kann ich Ihnen helfen?“ Sein Blick wich nicht von ihren Augen. Marla war sprachlos. Die Hand erkannte sie. Und sie kannte diese Hand. Eine Pratze. Rau, fest und liebevoll sicher zugleich. Aber unbeholfen. Wie ein Tier, das seine Kraft nicht kennt und nicht einschätzen kann. Dann löste sich die Hand von der ihren und der junge Mann sage: „Ich bin Ron Bjornstaal. Willkommen in Trondheim. Ich werde Sie sicher in den Hafen bringen“. Dann breitete sich ein großes Lächeln auf seinem Gesicht aus und er ging mit den beiden Offizieren aufs Kommandodeck. 
Während zwei Bootsmänner die Gangway einholten, trat Marla zurück in den Schutz des Aufgangs direkt an der Reling. Tränen strömten über ihre Wangen, aber ihr Herz war frei.

Alles in ihr fuhr Achterbahn

Alles in ihr fuhr Achterbahn. Hatte sie das gerade geträumt? Lange verdrängte Gefühle rissen an ihr wie Hyänen. Das war Olafs Sohn. Das musste ihr niemand bestätigen. Das war Olaf und wiederum auch nicht Olaf. Sie musste sich an der Reling festhalten, um nicht in die Knie zu gehen.

Da fühlte sie einen Arm um ihre Schulter. Laura stand neben ihr, die Augen noch verquollen vom Schlaf. „Omi, was machst du denn hier oben? ich habe mir Sorgen gemacht“. Laura hatte nur eine lange Daunenjacke über den Schlafanzug gezogen und Flipflops an den Füßen. Sie fröstelte. „Komm, lass uns runtergehen. Leg dich noch ein wenig hin“. Marlas Gedanken waren woanders. „Schau, Laura, da oben, unterhalb des Leuchtturms, das gelbe lange Gebäude – das ist die Meeresbiologische Forschungsstation. Und in den kleinen Häuschen, da haben wir Studenten gewohnt“ „Schön, Omi. Komm, lass uns noch ein bisschen schlafen.“ Marla ließ sich von Laura mitnehmen.

Gegen halb neun saßen die beiden auf dem Sonnendeck beim Frühstück. Marla war in Gedanken.  Laura kannte das von ihr. Sie strich ein wenig Butter auf Marlas Toast und köpfte ihr Frühstücksei. „Komm, Omi. Du must was essen. Magst du noch einen Kaffee?“ Laura sprach mit ihr wie mit einem Kind.

 Ein langes Tuten gab das Signal

Ein langes Tuten gab das Signal, dass das riesige Schiff sicher angelegt hatte und in kurzer Zeit alles für einen Landgang vorbereitet sein würde. Laura stand auf. „Guck mal, Omi. Da  drüben ist wieder der Leuchtturm. Ganz nah“. Laura war aufgestanden, um den Sonnenschirm so zu schließen, damit Marla den Leuchtturm sehen konnte. Der Stift für die Arretierung klemmte. Marla wollte aufstehen, um Laura zu helfen. Und da war er wieder. Zuerst der Geruch und dann diese Präsenz, die Marla sich nicht erklären konnte. Der Junge war so jung und trotzdem fühlte man sich sofort bei ihm sicher.

Er hatte die Lotsenkappe auf, trug Jeans und ein altes ausgewaschenes T-Shirt mit einem Heavy-Metal-Band-Logo. Die Jacke hatte er über einen Stuhl geworfen, um Laura mit dem Schirm zu helfen. Laura war still. Fast schüchtern. Marla stellte Ron vor. „Das ist der Lotse, der uns sicher in diesen engen Hafen bugsiert hat, Laura. Ron, das ist meine Enkelin Laura. Sie begleitet mich“. Laura nickte. „Wir reisen zusammen, weil Oma nochmal die Station sehen wollte, wo sie vor siebenunddreißig Jahren mal gearbeitet hat.“ Ron folgte dem Blick von Marla. „Sie meinen die ehemalige Meeresbiologische Station am Leuchtturm. Da kommen Sie ein wenig zu spät. Die Uni hat die Station vor zehn Jahren in ein neues Gebäude am Hafen verlegt. In dem alten Gebäude ist jetzt das Schifffartsmuseum von Trondheim. Wenn Sie wollen, kann ich Sie mitnehmen.“ Laura sah unsicher ihre Oma an. Marla war immer noch wie in Trance. Wie in einem Film , der ohne ihre Kontrolle ablief.

„Nein danke, lassen Sie mal. Wir nehmen uns ein Taxi. Okay, Laura?“.  „Es ist kein Problem für mich“, antwortete Ron. „Ich wohne mit meinem Vater dort oben im Turm. Seit er in Rente ist, lebt er in der Leuchtkammer. Und ich unten im ehemaligen Motoren-Raum. Der Turm steht unter Denkmalschutz. Ich zeige Ihnen gerne alles. Wirklich kein Problem“
Marla sah Laura an. Etwas hatte sich in dem Mädchen verändert. Marla kannte das. Wieder berührte sie der Geruch einer längst vergangenen Zeit. „Wollen wir, Laura?“ Marla stand langsam auf. „Na, dann mal los umziehen. Wenn der junge Mann auf uns warten will, sind wir in dreißig Minuten unten am Kai“. „Prima, dann bis gleich an der Gangway, okay?“ Mit einem Bubenlachen verabschiedete sich Ron.

Festhalten

Marla hielt für einen Moment die Augen von Laura. Dann senkte Laura den Blick und ihre Wangen wurden einen Tick röter. Marla nahm sie in den Arm. „Komm schnell, damit der junge Mann nicht warten muss“.
Bald darauf stiegen sie in Rons offenen Jeep. Laura saß vorne und Marla auf der Rückbank. „Festhalten“, war das letzte, was Marla von Ron verstehen konnte. Dann röhrte das Vehikel los. Nach ein paar Minuten hatten sie die Abzweigung in den Feldweg erreicht, der zur ehemaligen Station und dem Leuchtturm führte. Jetzt wussten die beiden, warum Ron „festhalten“ gerufen hatte. Marla war nur damit beschäftigt, nicht aus dem Fahrzeug katapultiert zu werden.
Ron stoppte am höchsten Punkt direkt vor der Stahltür, die in den Leuchtturm führte. „Das Museum ist noch nicht offen. Die machen eigentlich nur auf, wenn sich Gruppen anmelden. Ich habe aber einen Schlüssel, wenn ihr es sehen wollt“. Ron war ausgestiegen und half zuerst Laura und dann Marla aus dem Jeep. „Wenn mein Papa schon wach ist, bekommt ihr den besten steifen Kaffee in der Gegend und vor allem den besten Blick über Trondheim“. Laura war Feuer und Flamme. Sie schien aufgeregt glücklich. Und Ron anscheinend auch.

 Wenn der Vater von Ron wirklich Ofal war …

Marlas Herz war schwer wie Blei. Das war nicht mehr ihr Plan. Wie von einer riesigen unsichtbaren Hand geführt, schienen alle wie Marionetten an Fäden zu baumeln, die sie nicht kontrollieren konnte. Marla drückte ihre „Lösung“ in der Tasche fest an ihren Brustkorb. Wenn der Vater von Ron wirklich Olaf war – wie ging es dann weiter? Wie konnte sie ihn und sich erschießen, ohne Laura für den Rest ihres Lebens ein Trauma zu verpassen? Wie sollte sie Laura klarmachen, dass Ron ihr leiblicher Onkel war? Marlas Gedanken verkrampften sich wie eine geschlossene Faust. Sie starrte die Tür an. Ron hatte schon aufgesperrt und Laura war auf der Metalltreppe, die in den ersten Stock führte. „Komm Oma. Wir helfen dir“.

Ron kam die paar Schritte zurück und fasste Marla sanft unter dem Arm. „Wir machen bei mir im ersten Stock dann erst mal Pause. Keine Angst. Es sieht höher aus als es ist. Marla ließ sich helfen. Laura war schon oben. „Wow, wie geil ist das denn?“, war alles, was von ihr zu hören war. Ron hatte die Mauer zwischen den Fenstern des ehemaligen Maschinenraums aufgebrochen und eine einzige riesige Glasfront daraus gezaubert. Der Blick war atemberaubend. Marla musste sich auf einen der seltsamen bunten Sessel setzen, die Ron im ganzen Loft verteilt hatte. „Nicht schlecht, oder? Wenn man schon kein Kino hat“. Ron stand neben Laura. Von Marla aus sahen die beiden wie ein Paar aus. Ein Paar, das sich gerade neu eingerichtet hat und stolz die Wohnung präsentiert.

Ron verschwand in der kleinen Kochnische. Laura setzte sich auch. „Na, gefällt es dir hier?“, fragte Marla. Laura hielt einfach nur Marlas Hand, schwieg und lächelte. Ron kam mit einer altmodischen Kaffeekanne, Tassen und einer Schale mit Keksen. Er schenkte ihnen ein.„Weiß nicht, was heute mit meinem alten Herrn los ist. Seit wir den Berg hochgedonnert sind, weiß er, dass wir hier sind.“ Ron setzte sich neben Laura. Marla hörte nicht zu, was die beiden sprachen, ihre Gedanken drehten sich immer noch. Das Gespräch kam nur in Wortfragmenten bei ihr an. ‘Warum sprichst du so gut Norwegisch? Ach so ja, deine Oma kommt ja aus Oslo. Habt ihr zu Hause Norwegisch gesprochen? Nein? Deine Mutter hasst das? … also nur bei deiner Oma? Lustig, sonst könnten wir gar nicht miteinander reden. Mein Englisch ist mies… und deines? so lala.’ Laura lachte hysterisch, wie es nur Teenager können, ohne dass es peinlich war.

Der Plan stimmte nicht mehr

Marla driftete immer mehr ab. Ihre Intuition befahl ihr aufzustehen, raus- und wegzugehen, aber zu lange hatte sie sich ausgemalt, wie Olaf ihr gegenüber stehen, sie kalt ansehen und hilflos warten würde, bis sie den Abzug der Pistole betätigte. Dann würde sie die Waffe gegen die eigene Schläfe halten und endlich Ruhe haben. Aber der Plan stimmte nicht mehr. Olaf war da oben und sein Sohn und ihre Enkelin turtelten wie junge Tauben. Onkel und Nichte. Das ging alles nicht. Sie hatte keinen Plan mehr.

Ron stand auf. „Wenn Sie wollen, bringe ich Sie in das Turmzimmer. Laura und ich wollen an die Klippen, ist das okay?“ Marla nickte und stand auf. Ron blieb hinter ihr auf den steilen Stufen stehen. Sie hatte das Gefühl, er würde sie gerne nach oben schieben, damit er schneller wieder bei Laura sein konnte. Nach ein paar Minuten fragte sie außer Atem: „Ist es Ihrem Vater denn recht, wenn wir einfach so reinplatzen?“ Ron lachte. „Der ist seit Stunden auf und beobachtet mit dem Fernglas jede Bewegung, die am Hafen stattfindet. Wahrscheinlich kennt er schon Ihre Augenfarbe.“

Marla zuckte zusammen, verstand dann aber den Scherz. „Setzen Sie sich hier drüben ans Fenster. Der alte Einsiedler wird schon kommen”, sagte Ron, als sie oben waren. Er klopfte an die Metalltür, grinste verschwörerisch und ließ Marla alleine. Sie saß da wie ein Schulmädchen und starrte aus dem Fenster auf die See, ihre Tasche immer noch über der Schulter, die Beine fest zusammengedrückt und die Hände im Schoß gefaltet. Und dann war hinter ihr die Energie, die sie so gut kannte. Ohne sich umsehen zu müssen, wusste sie, dass es Olaf war. Sein raues: „Haben Sie schon Kaffee getrunken?“, zwang Marla, sich umzudrehen und ihn anzusehen. Olafs Blick war interessiert und viel weicher, als sie ihn in Erinnerung hatte.

Er hatte sie nicht erkannt

Er hatte sie nicht erkannt. „Ja, danke“, war alles, was sie antworten konnte. Ihre Stimme war hohl und zitterig. Ihr Puls raste. Sie musste den ersten Schritt machen. „Ich würde gerne eines der kleinen Häuser da unten ansehen. Ihr Sohn hat gesagt, Sie haben die Schlüssel?” Olaf grummelte etwas und kam ein paar Minuten später mit Schuhen statt Pantoffeln wieder aus seinem Zimmerchen. „Na, dann mal los“. Marla voraus und Olaf hinterher, kletterten sie die lange Treppe zurück in die Sonne. „Warum wollen Sie die Häuser sehen? Wollen Sie was mieten?“ Marla zögerte. „Nein. Aber eine Freundin hat mal vor zig Jahren hier gewohnt, ich wollte es einfach mal sehen“. Olaf sah sie von der Seite an. „Das muss aber eine Weile her sein. Die Bungalows werden erst seit letztem Jahr als B&B angeboten. Früher hat das alles zur Uni in Oslo gehört. Hier haben im Sommer Studenten gewohnt“.

Marla spürte, dass Olaf misstrauisch wurde. „Welches Haus wollen Sie denn sehen?“ Marla schluckte. „Das kleine Haus da drüben direkt an der Küste. Das sieht nett aus“. Olaf ging schweigend voraus. Am Haus angekommen, steckte er den Schlüssel in das Loch und öffnete vorsichtig die Tür. Ohne sie anzusehen, ließ er Marla den Vortritt. Sie machte ein paar Schritte in das Zimmer. Es roch muffig. Die Einrichtung war neu, nichts erinnerte an damals. Marla blieb stehen. Und da kam diese Woge von Erinnerungen, die sie fast zu Boden warf. Sie begann zu zittern und Tränen rannen unkontrolliert über ihre Backen.

Der Augenblick, die Pistole aus der Tasche zu nehmen

Olaf war immer noch hinter ihr. Ohne ihr Gesicht zu sehen, musste er sich erinnert haben, denn er heulte auf wie ein angeschossenes Tier und fiel auf die Knie. Marla wollte sich umdrehen. Sie konnte sich nicht bewegen. Alles war wie in zähen Leim gegossen. Das wäre der Augenblick, die Pistole aus der Tasche zu nehmen, einen Schritt auf den knienden Olaf zuzugehen, die Waffe zu entsichern und an seine Stirn zu drücken. Sie würde warten, bis er den Blick hob, um seine leeren Augen zu sehen, die ihr das Recht gäben. Dann zöge sie den Abzug durch. Sie hätte den Arm leicht angewinkelt, damit der Rückstoß sie nicht lähmte. So hatte sie es wieder und wieder durchgespielt. Dann würde sie die Waffe unter ihr eigenes Kinn halten und den Lauf tief in die weiche Haut unter dem Unterkiefer drücken. Das war der sicherste Punkt. Dann würde sie abdrücken. Und es wäre Frieden.

Aber sie konnte sich nicht bewegen. Sie stand wie angewurzelt immer noch mit dem Rücken zu Olaf. Sie hörte sein Schluchzen, das wie ein Gebrüll klang. Jahrzehnte lange Schuld. Diese Erkenntnis löste Marla aus ihrer Starre. Der Leim wurde dünnflüssiger und wie in Zeitlupe konnte sie sich umdrehen. Vor ihr kauerte ein Haufen Elend. Wie ferngesteuert ging sie ebenfalls in die Knie. Ihre Arme sackten kraftlos in ihren Schoss. Die Henkel ihrer Tasche waren von der Schulter in die Armbeuge gerutscht und sie ließ die Tasche auf den Boden gleiten. Olafs Augen waren glasig, aber klar. Und tief. Ganz anders als die Augen, die sie damals so weit weg und kalt-blau ausgezogen hatten. Da war eine Seele tief drinnen. Jetzt konnte sie sie sehen. Olafs Atem ging in Stößen. Beide sagten kein Wort. Von irgendwo draußen hörte man Lachen. Es waren die Stimmen von Laura und Ron.

Vielleicht erst nach dem Frühstück?

Marla löste ihre Hände aus ihrem Schoß und legte sie auf Olafs Hände. Sie sah ihn nur an. Ganz einfach so. „Das ist deine Enkelin da draußen, mit deinem Sohn.“ Olaf saß auf seinen Fersen und schaute nur, tief und tiefer in die Augen von Marla. „Warum bist du hergekommen?“, fragte er. Marla holte tief Luft. „Um mit dir zu sterben“

Olaf lächelte. „Gut. Ich bin einverstanden. Jetzt?“ Marla nahm ihre Tasche wieder hoch. „Nein, das geht nicht. Wir müssen den beiden sagen, dass sie kein Paar werden können. Onkel und Nichte – und dann sehen wir weiter“. Während sie das sagte, stand Marla auf. Lass uns irgendwo bequemer sitzen. Aber zuerst will ich raus aus diesem Haus.“ Sie trat in die Sonne. Olaf schloss das Haus von außen ab.

„Und jetzt“? Marla sah Olaf an: „Jetzt gehen wir zu den Kindern und erzählen ihnen eine lange Geschichte“. Olaf sah Marla in die Augen und nahm ihre Hand in seine. Die Energie war wieder da. Diese wollüstige, fast devote Sicherheit, nach der sich Marla so lange gesehnt hatte. Ein leises Lächeln trat auf ihr Gesicht. „Seit wann badest du?“ Olafs Blick ging in die Ferne: „Seit mein Sohn da ist“.

Marla machte die ersten Schritte Richtung Steilküste. Nach ein paar Metern des Schweigens hielt Olaf sie noch einmal an. „Können wir mit dem Sterben noch etwas warten? Ich würde gerne mit dir noch Mittag essen. Und vielleicht sogar Abendbrot. Dann können wir sterben. Oder vielleicht erst nach dem Frühstück. Was meinst du?“

 

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