Warum ich schreibe – Text Nr. 24

Warum ich schreibe – Text Nr. 24
Von Claudia Siemon, die Bücher „verschlingt“, unter Pseudonym schon einige Kurzgeschichten (Fantasy) veröffentlicht hat,  sich gern ihre eigenen Welten träumt und den Personen, die aus ihnen zu Besuch kommen, auf die Dauer ihre Aufmerksamkeit nicht versagen kann.

Um mich herum

Ich schreibe, weil sich um mich herum Personen versammeln, die ihre Geschichte erzählen wollen. Ich kann das ignorieren. Eine Zeitlang. Aber dann werden sie fordernder, drängen mich dazu, ihnen Gehör zu verschaffen. Ich kann mich weiterhin weigern. Eine Weile lassen sie es sich noch gefallen. Aber dann – ja, dann beginnen sie, mein Leben zu übernehmen. Erst nur mit einzelnen Wörtern, die sie in Alltagsgespräche und Mails einfügen; oft bemerken meine Gesprächspartner oder die Mailempfänger das gar nicht. Wem fällt schon auf, ob ich statt „Sehr geehrte Damen und Herren“ eine Mail mit „Werte Damen und Herren“ beginne?

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Warum ich schreibe – Text Nr. 3 zum Wettbewerb

Warum ich schreibe – Text Nr. 3 zum Wettbewerb

Warum sie schreiben will?

von Diana Ohmann

Ich liebe Bücher und lese leidenschaftlich gerne und viel, da liegt selber schreiben irgendwann nahe. Für den Job muss ich häufig trockene Fachtexte verfassen, deshalb habe ich privat Lust, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

Warum sie schreiben will? Wer will das eigentlich wissen? Und was für eine absolut beknackte Frage, vor allem an sie selbst. Aber wenn diese blödsinnige Frage schon gestellt wird, dann vielleicht wenigstens an uns, hmm? Wir kennen uns nämlich mit Schriftstellern aus, mit richtigen Schriftstellern, ganz im Gegensatz zu ihr.

Einzelne Seiten hatten sich schon längst gelöst

Jetzt will die Dame also selbst schreiben, sagt sie. Wir, wir sind ihr nicht mehr gut genug, der Dame. Dabei hat sie uns früher so geliebt. Schon als kleines Kind hat sie versucht zu lesen, weil ihr Vater nicht genug Deutsch konnte und die Mutter ihr zu langsam vorgelesen hat. Nicht schnell genug konnte es ihr gehen, bis sie uns alleine konsumieren konnte. Immer wieder. Unser Einband wurde fleckig und locker, und einzelne Seiten hatten sich schon längst gelöst. Damals, als wir noch ihre besten Freunde waren, wurden diese Seiten liebevoll wieder eingeklebt. Und beschriftet wurden wir. Hier, könnt Ihr das sehen? Da steht es mit krakeliger Erstklässlerschrift: mein Lieblingsbuch. Ganz vorne drin. Aber jetzt?

Was bildet sie sich eigentlich ein? Wir sind nicht unterhaltsam genug? Klar! Sie kann das besser. Die Leser werden sich schenkelklopfend auf die Erde werfen. Hahaha. Ganz bestimmt!

Frau mit Buch

Zu wenig Leidenschaft? Als würden wir nicht die Blicke sehen, die sie unseren Seiten zuwirft. Vor allem ganz bestimmten Seiten…

Es fehlt an Gefühl? Auch das halten wir für ein Gerücht. Hier, hier guckt doch, wo die Seiten ein bisschen feucht gewellt sind. Glaubt ihr, das kommt vom Regen? Wahrscheinlich glaubt ihr auch an den Weihnachtsmann.

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Warum schreiben Sie? Eingereichte Texte: Nr. 1

Warum schreiben Sie? Eingereichte Texte: Nr. 1

Hier veröffentlichen wir die eingereichten Texte (sofern das Einverständnis des Autors, der Autorin vorliegt) – und Sie können „liken“.

Warum ich schreibe

Von Wolfgang Wimmer
Wolfgang Wimmer – WW. Filmschaffender, Berater, Autor. Zuhörer und Erzähler. Suchender und Finder.

Schreiben und sprechen waren für mich tabu. Ich stottere und bin Legastheniker. Das war 1956 bei   meinem Schuleintritt echt ein Problem. Ich sollte auf die Sonderschule. Zum Glück hatte ich auch noch ein Problem mit meiner Phantasie, ich glaubte nämlich meine eigene Realität. Die Anderen nannten das lügen. Deshalb kam ich sicherheitshalber gleich in die Kinder-Psychiatrie. Da war’s dann eh egal. Ein stotternder Legastheniker, der Worte umdreht und alles, was er rausbringt – sind Lügen. Das war dann erst mal für zwei Jahre meine Diagnose. Hochintelligent aber… tja, muss man medikamentieren.

Irgendjemandem muss ich das erzählen

Mir war klar, ich muss irgendjemandem erzählen, was in meinem Kopf ist, sonst bleibe ich da drin stecken. Also habe ich es aufgeschrieben. In einer Art Geheimschrift, die niemand lesen konnte. Und es sollte auch niemand lesen. Ich habe manisch geschrieben. Eigentlich Buchstaben gemalt. Oft nur, weil ich es eben schon konnte und die Anderen noch nicht. Auch als mich kontrollieren gelernt hatte und wieder ins normale Leben durfte.

Das Schreiben blieb. Immer.

Das Schreiben blieb. Immer. Der magische Moment, mich mit einem leeren Heft und einem Füllfederhalter hinzusetzen und die ersten Zeichen auf das Papier zu malen. Das mache ich bis heute. Ich bin dankbar, dass das Pages-Programm meine Wörter zurecht dreht und geduldig eines von den drei „T“ aus „hatt“ verschwinden lässt – ups – es ist sogar nur ein einziges T, hätte ich jetzt schon wieder falsch geschrieben.

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Warum ich schreibe – Ein Testimonial von Tonie Richter

Warum ich schreibe – Ein Testimonial von Tonie Richter

Warum ich schreibe

Tonie Richter, 47, lebt in Berlin. Sie studierte Jura in Hamburg und Paris, arbeitet als Juristin, ist verheiratet und hat vier Kinder. Dieser Text entstand zu Beginn des Online-Kurses Fiction Writing

Schreiben in der Nacht

Meine letzte Schreibphase 2016 dauerte von Anfang Oktober bis Anfang November. Ich schrieb abends und bis  tief in die Nacht, wenn die Kinder schon schliefen und mein Mann nicht da war. Es war wie in den lange zurück liegenden Zeiten meiner Doktorarbeit, die ich in der letzten, intensiven Phase immer zwischen 19 Uhr abends (nach den Vorabendserien im Fernsehen) und drei Uhr nachts schrieb. Dann schlief ich bis mittags, kaufte ein, kochte (die erste Mahlzeit am Tag war meist das Mittagessen), las am Nachmittag Quellen und Fachtexte, ging in die Bibliothek und machte Recherchen und Notizen. Keine Textproduktion! Dann kam „Verbotene Liebe“ oder „Unsere kleine Farm“ – die Vorabendserien konnten nicht kitschig genug sein –  und dann setzte ich mich an den Schreibtisch, hörte Streichquartette und tippte. Das Beste: nachts geschriebene Texte musste ich kaum überarbeiten. Sie waren einfach gut. Versuchte ich die Textproduktion am Vormittag – gar keine Chance. Jeden Satz musste ich dreimal umdrehen. Weiterlesen

Ziehen Sie sich warm an! Prokrastinieren Sie weiter.

Ziehen Sie sich warm an! Prokrastinieren Sie weiter.

Ziehen Sie sich warm an und prokrastinieren Sie einfach weiter

Nein, wir werden nicht über alternative Fakten schreiben – zu viele haben es schon getan und zu selbstherrlich produziert selbige die US-amerikanische Administration. Da können wir nicht mithalten – und wollen es auch gar nicht. Obwohl, ein bisschen neidisch bin ich schon darauf, dass die Sonne scheint, wenn es doch offensichtlich regnet.

Lassen wir das Weiße Haus also ganz rechts liegen und sprechen mal wieder von der Prokrastination.
Wenn Sie also nicht schreiben wollen, befolgen Sie doch bitte unsere Ratschläge:
  • Da ja eh klar ist, dass Andere besser schreiben, lassen Sie es am besten einfach sein.
  • Sollten Sie eine Idee für eine Geschichte haben: Gehen Sie lieber einkaufen. Es gibt so viele schöne chinesische Kleider. Oder Accesssoires, Handys und Briefmarken.
  • Stellen Sie sich die Kardinalfrage: Warum will ich überhaupt (eine Geschichte) schreiben? – und beantworten Sie sie am besten mit: Ich weiß nicht …
  • Sollten Sie aus Versehen wirklich mal am Schreibtisch sitzen, nutzen Sie das Internet. Da gibt es facebook, twitter, Pinterest und noch mehr mit all den Geschichten über Geschenke der neuen an die alte Präsidentengattin – übrigens wäre DAS nun wirklich Anlass für eine schöne Geschichte: was ist in der türkisfarbenen Box, die Melania Trump Michelle Obama überreichte?
  • Das bringt mich zur Büchse der Pandora: Öffnen Sie sie nie, es könnten vergiftete Pfeile drin liegen, die sich automatisch in Ihre Gehirnwindungen bohren. Lassen Sie also jegliche Idee Idee sein, buchen Sie einen Flug nach Thailand und legen Sie sich dort an den Strand.
  • Sollten Sie schon mindestens einen Satz geschrieben haben: Hören Sie wieder auf. Wischen Sie Staub, bügeln Sie Ihre Wäsche und bügeln Sie alle Versuche Ihres Willens ab, zu schreiben. Es kämen eh nur glatte Lügen bei raus.
  • Wenn Sie immer noch von dem Wunsch getrieben sind, zu schreiben, schauen Sie auf die Weltpolitik: Da verschlägt es Ihnen doch sowieso die Sprache.

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