Bild und Text für biographische Projekte

Bild und Text für biographische Projekte

Interessante Projekte

Auf unserer Suche nach den Vor- und evtl. Nachteilen biographischen Schreibens sind wir auf interessante Projekte gestoßen. Diese arbeiten mit einer Symbiose von Bild und Text – und passen sich dadurch den Gewohnheiten der modernen Rezeption an. Sie sind in kurzer Zeit zu lesen und anzuschauen. Man kann aber auch länger verweilen. Keinesfalls leidet das Reflektionsniveau. Und: Sie regen zur Nachahmung an.

Vielleicht probieren Sie auch einmal eine Mischung aus Bild und Text – insbesondere für biographische Texte – aus?

Projekt 1: Nora Krug

Nora Krug Weiterlesen

Der Stachel

Der Stachel

                                                                                                9. Januar 2018

Dies ist eine der Antworten auf unsere Frage: Ist autobiographisches Schreiben heilsam?

Hi M., 

meinst du auch wie der ein oder andere, meine kleinen Geschichten taugen nicht für einen Leser. Ziehen ihn nicht an. Locken ihn nicht hinter dem Ofen hervor. Wann taugen denn Geschichten, Erinnerungen, Gedanken zu ihm zu ihr zu uns allen? Und wem sollen sie taugen? Soll nicht einfach  Wahrheit erneut gefunden und erfahren werden? Der Stachel “ bin ich gut genug, schreibe ich gut genug “ bohrt sich in meinen Kopf und  meine Seele und wird zur drängenden Frage. Gut genug ? Für wen? Für dich? Für mich? Für alle?

Erinnernd erzählen

Dir zu schreiben ist mir eine Freude. Mich zu erinnern öffnet mein Inneres für dich und für mich selbst. Und s i n d wir nicht erst, wenn wir uns erinnernd erzählen?
Ist das nicht Grund genug es zu tun? Ich schreibe, gut oder nicht. Es brodelt in meinem Kopf. Erinnerungen und Gefühle verweben sich miteinander, berühren, rühren auf, freuen, schmerzen. So kommst du mir näher. Bist schließlich ganz nah. Plötzlich will ich ganz genau wissen, wer du bist, was du gefühlt hast, was du gedacht hast. Es drängt mich zum Schreiben. Schreibend zu erfahren. Erinnernd zu begreifen. Nie war mein Wunsch zu schreiben intensiver als gerade jetzt.

Weiterlesen

Ist autobiographisches Schreiben heilsam?

Ist autobiographisches Schreiben heilsam?

Autobiographisches Schreiben ist oft der erste Impuls, AutorIn zu werden. Das kann ein Trauma sein, irgendeine Art von Missbrauch, den sie oder er in der Kindheit oder auch später erlitten hat, eine Krankheit oder eine schwierige aktuelle Situation. Ein Tagebuch beginnen wir meist in der späteren Kindheit oder Jugend und notieren alle schlechten Gefühle – weniger die guten. Paul Auster hat in einem Interview gesagt, dass er zwar nicht glaubt, dass ein Mensch beständig glücklich sein könne, dass aber überwiegend glückliche Menschen keinen Anlass zum Schreiben hätten. Das Interview ist noch auf Arte zu sehen:

https://www.arte.tv/en/videos/080137-000-A/paul-auster-a-game-of-chance/

Wie ist es Ihnen ergangen? Haben Sie Ihren Schreibanlass im Glück oder eher im Unglück gefunden? Hat Ihnen das Schreiben geholfen? Hilft es Ihnen bei der Überwindung schwieriger Situationen?

Weiterlesen

Essen und Schreiben: Food Writing

Wettbewerb und Online-Kurs Food-Writing

Wettbewerb: Schreiben Sie einen Text (bis zu 5 Seiten) über ein Essen in der Weihnachtszeit. Schicken Sie uns den Text bis zum 31. Dezember (info@schreibwerk-berlin – Betreff: Wettbewerb Food-Writing). Gewinnen können Sie die Teilnahme am Online-Kurs Food-Writing. Der führt rund ums Essen zu Blog- oder literarischen Texten oder zu Essays. Der Kurs dauert drei Wochen und präsentiert jeweils in einem Anregungstext das Thema, danach sind die TeilnehmerInnen aufgefordert, ihren aktuellen Text zu schreiben. Erlaubt sind dieses Mal auch Fotos und Instagram-Texte.

Ein paar Gedanken zur (literarischen) Nahrungsaufnahme:

Erbsen, Mohn und Erdbeeren

Was auf den Tisch kommt, wird gegessen – sagte mein Vater und erinnerte damit an die Hungersnöte, die auch in Deutschland geherrscht haben. Diese sind nun weitergezogen, doch ist der Hunger nur bedingt das Gegenteil des Essens. Denn ab und zu kann er die Vorstellung von Genüssen so weit treiben, dass einem förmlich das Wasser im Mund zusammen läuft (nachzulesen bei Günter Grass, Beim Häuten der Zwiebel, pp. 200ff.). Weiterlesen

Der letzte Sommer – Wettbewerbsbeitrag von Diana Khazaka

Der letzte Sommer – Wettbewerbsbeitrag von Diana Khazaka

Der letzte Sommer

Beitrag zum Wettbewerb „Kindheitssommer“ – von Diana Khazaka, 2. Platz

Helikopter wie große Libellen

Über unseren Köpfen brummten die Helikopter wie große Libellen. Sie störten den perfekten Sommerhimmel, beendeten unsere Kindheit und der ganze Ort stand Kopf.
Kennt ihr das? Wenn ihr an die Sommer denkt, als ihr noch Kinder wart? Sommer, wie in den alten Astrid-Lindgren-Filmen, in denen die Sonne scheint und alle Farben gestochen scharf erscheinen. Eine Sommerfarbe am Himmel und ein Dunkelblau vom Meer verziert mit weißen Schaumkrönchen. Leuchtende gelbe Sanddünen, die sich gegen den Horizont abzeichnen, gesprenkelt mit saftigem Grasgrün und Dunkelgrün und den hellen Wedeln, die uns beim Verstecken-Spielen im Gesicht kitzeln. Poliertes, graues Treibholz am Strand, das darauf wartet, gefunden zu werden. Ein Sommer, der nach dem Wind in den Haaren schmeckt und nach Salz vermischt mit der Limonade aus schwarzen Johannisbeeren, die bei jedem unserer Picknicks dabei sein muss. Der Geruch der Sonne auf der Haut und von Sonnencreme, mit der wir eingeschmiert werden, wenn wir morgens nicht schnell genug entkommen können. Mövengeschrei, Fahrradklingeln und Freiheit, bis zur allmählichen Dämmerung, in der die Luft orange vibriert und wir vom Strandaufgang zum Abendessen gerufen werden. Weiterlesen

Die 7 (sieben) ultimativen Schreib-Ideen!!! (finden Sie am Ende des Textes)

Die 7 (sieben) ultimativen Schreib-Ideen!!! (finden Sie am Ende des Textes)

Diese 7 Änderungen bringen Ihnen mehr Umsatz im Roman

Titel für Newsletter und Blogs

Ist Ihnen auch schon mal aufgefallen, dass viele Titel von Newslettern und Blogs mit einer Zahl beginnen? 8 Tipps zum besseren Schreiben etwa oder 10 Klassiker, die wir niemals lesen wollten? 9 Dinge, die erfolgreiche Menschen niemals tun oder 10 Dinge, die euer Gehirn verändern oder 8 Dinge, die dich sofort sympathisch machen, 11 Dinge, die jede Frau wissen sollte (alternativ die 8 Dinge, die jeder Mann über Frauen wissen sollte) …. Weiterlesen

Schreiben Sie den Frühling herbei: kleiner Wettbewerb

Schreiben Sie den Frühling herbei: kleiner Wettbewerb

Schreiben Sie den Frühling herbei – ein kleiner Wettbewerb

Aus gegebenem Anlass – eine Welt, die noch Anfang März, dem metereologischen Frühlingsanfang, im tiefen Winter versinkt – fordern wir Sie in unserem Wettbewerb dazu auf, den Frühling herbei zu schreiben. Wir geben Ihnen hier zahlreiche Anregungen (Writing prompts), die Sie zu einem Text bringen sollen. Wenn Sie bis zum 20. März 2018, dem diesjährigen astronomischen Frühlingsbeginn, uns einen Text von nicht mehr als 5 Normseiten geschickt haben, können Sie ein handsigniertes Exemplar von Franziska Hausers gerade erschienenem Roman „Die Gewitterschwimmerin“ gewinnen. (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen).
Klicken Sie auf Weiterlesen und vertiefen Sie sich in Ihre Frühlings-Ideen. Weiterlesen

Die Gewitterschwimmerin – neuer Roman von Franziska Hauser

Die Gewitterschwimmerin – neuer Roman von Franziska Hauser

Stolz und froh können wir die Neuerscheinung von Franziska Hauser verkünden:

Die Gewitterschwimmerin

Franziska Hauser arbeitet, wenn sie nicht schreibt, auch für schreibwerk berlin – jeden ersten Donnerstagabend im Monat unterrichtet sie Kreatives Schreiben im Prenzlauer Berg. Die Schriftstellerin arbeitet auch als Fotografin, hat zwei Kinder und lebt in Berlin.
Der Roman ist ein sehr gelungenes Beispiel dafür, wie (im weitesten Sinn) autobiographisches Schreiben fiktionalisiert werden kann – ähnlich wie Karl Ove Knausgård musste auch Franziska Hauser ihre Familienmitglieder um das Einverständnis zur Veröffentlichung bitten, allerdings hat sie dafür nicht ihr ganzes Leben riskiert.

Da Franziska eine Fotografin mit viel Fantasie ist, hat sie in einer Art Selfie-Reihe ihre Gefühle beim Schreiben illustriert, die wir in den Text einfügen.

Nach Ihrem Debütroman Sommerdreieck (Rowohlt, 2015) erscheint nun mit Die Gewitterschwimmerin Ihr zweiter Roman, der von Ihrer eigenen Familiengeschichte inspiriert worden ist. Wie ist die Idee zu Die Gewitterschwimmerin entstanden?

Angefangen habe ich mit der Gewitterschwimmerin schon vor Sommerdreieck. Die Gewitterschwimmerin brauchte sieben Jahre. Entstanden ist die Idee aus der Frage, warum meine Mutter so ein Biest geworden war. Ich fing an, in der Vergangenheit zu wühlen und plötzlich fielen mir so viele ungeheuerliche Zusammenhänge auf, die weit auseinanderliegende Ereignisse miteinander vernetzten, dass ich anfangen musste, diese Verknüpfungen aufzuschreiben und aufzuzeichnen. Die Geschichte bildete sich von selbst, ich musste nur ihre Grenzen bestimmen und die innerfamiliären Helden von den Sockeln werfen, um frei erzählen zu können.

Was hat es mit dem Titel Die Gewitterschwimmerin auf sich?

Die Gewitterschwimmerin ist meine Mutter, die Ich-Erzählerin, die bei jedem Gewitter schwimmen ging, um sich in ihrer überheblichen Todessehnsucht mit den Elementen anzulegen.

Was sind die zentralen Erzählthemen in Ihrem neuen Roman?

Es ist die Geschichte einer trotzigen Familie, die sich nie anpassen wollte, es letztendlich aber doch getan hat.

Weiterlesen