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Landebahn – Roman von Stefan Gross erschienen

Landebahn

Roman „Landebahn“ erschienen

Stefan Gross hat sich vor ein paar Jahren zum Schreiben entschlossen und seither immer mal wieder die Dienste von schreibwerk berlin in Anspruch genommen. Jetzt ist sein Roman „Landebahn“ erschienen. Die Geschichte des Unternehmers Carl Hammer, der eigentlich alles hat, was man sich nur wünschen kann (mein Haus, meine Frau, mein Auto …) und dennoch in großer seelischer Not ist. Von seiner Firma nach Indien geschickt, biegt er dort kurzerhand von der vorgesehenen Route ab und badet sogar im Ganges – mit schlimmen Folgen. Vieles ist sehr überraschend in diesem Roman, an dessen Ende er sich nicht nur selbst findet, sondern auch seine Familiengeschichte kennt. Und seine Berufung. Ein durchaus positives Buch also, in dem viele Fragen auftauchen, die wir uns in der einen oder anderen Form selbst stellen. Weiterlesen

Pack die Badehose ein – ein Sommerspaß in vier Etappen

Sommer-Geschichten

Pack die Badehose ein – ein Sommerspaß in vier Etappen

Lasziv am Strand

Wir laden Sie ein zum Online-Kurs mit Sommer-Geschichten.

Wenn wir vom Sommer träumen, fallen uns Bilder und Stichworte ein: Reisen, frei sein, scheinbare Unendlichkeit erleben; laue Nächte durchwachen, die üppige Natur erleben, das Meer fühlen. Oder die Berge und Wälder mit ihren Schatten und Seen erkunden. Lasziv am Strand liegen, die Männer in Badehosen, die Frauen in zu knappen Bikinis bestaunen. Was auch immer Sie mit dem Sommer verbinden: In diesem Kurs dürfen Sie den Sommer (be)schreiben. In den vier Etappen können Sie auch auf den Spuren Ihrer Kindheitssommer wandeln oder Insekten in der Stadt suchen. Und die Wellen als Klangteppich unter ihre Träume legen.

In Corona-Zeiten ist alles anders, auch der Sommer. Viele dürfen oder wollen keinen Urlaub machen in diesem Jahr, in dem in den Touristenzentren die Hotels und Restaurants, die Strandbars und lauschigen Plätze oft vergeblich auf Gäste warten. Wir erleben den Sommer 2020 also anders, neu – und vergleichen das mit den Erwartungen und Hoffnungen. Anlass genug, darüber zu schreiben.

Leicht und locker: Sommer-Geschichten

Sommer-Geschichten sind leicht und locker. Sie spielen mit einer trägen Erotik und sinnlichen Wachsamkeit; sie vermitteln den Geruch von Sonnencreme, vom „Salz auf unserer Haut“ und manchmal auch von verbotenem Tun.  Die „Kinder von Bullerbü“ von Astrid Lindgren lebten anscheinend immer im Sommer und nährten damit unsere Sehnsucht nach schattigen Birkenwäldern und starken Mädchen. Auch Kurt Tucholsky erzählte vom schwedischen Sommer in „Schloss Gripsholm“ – mit einigen unidyllischen Episoden, aber eine veritable Sommer-Liebesgeschichte in Rheinsberg. Karl Ove Knausgård nähert sich „Im Sommer“ assoziativ dem Phänomen. Seine Anekdoten reichen  von der kurzen Hose über die rote Johannisbeere bis zum Wassersprenger. Von Rezensenten hoch gelobt schildert Sarah Jäger in „Nach vorn, nach Süden“ eine Gruppe junger Menschen auf der Suche nach sich selbst – im Sommer. Und wir begeben uns mit diesem Kurs in ein literarisches Sommer-Abenteuer. Und viele so genannte „Urlaubslektüren“ beschäftigen sich mit, wer hätte es gedacht: der Liebe.

 

Vom Früh- bis zum Spätsommer

Wir spazieren vom Früh- bis zum Spätsommer und gönnen dem Hochsommer zwei Sessions.

Pro Modul erhalten Sie Anregungen (Beispiele anderer AutorInnen,  Filme, Gefühle, Assoziationen…).  Und bis zu drei Textaufgaben, aus denen Sie mindestens eine auswählen.

  • Woche 1: Kurze Hosen – lange Nächte :  Wir erkunden das Sommererlebnis (nicht nur unter Corona-Bedingungen). Literarische Stimmungen, evtl. auch poetisch.
  • Woche 2: Kleine Fluchten – große Freiheit: Ein Hoch auf den Sommer und seine Möglichkeiten – Wie schreiben wir leicht?
  • Woche 3: Sommer, Sonne, Strand? Drei große Fragezeichen zum Glück. Das kann durchaus auch zum Krimi führen.
  • Woche 4: Der Sommer war sehr groß: literarischer Abschied von einer Jahreszeit.

Zur Anmeldung folgen Sie bitte diesem Link.

Abendessen mit Frauenarzt – von Michaela Christians

Jakobsmuscheln

Abendessen mit Frauenarzt – von Michaela Christians 

Michaela Christians lebt in Bielefeld

Der Text stammt aus dem Online-Kurs Literarisches Schreiben

Alexander Fischer zog einen dunkelblauen Kaschmirpullover über das weiße Polohemd und setzte seine Goldrandbrille wieder auf. Wiebke hatte ein junges Ehepaar, das sie beim Spanischkurs in der VHS kennengelernt hatte, zum Abendessen eingeladen. Damit war die Sportschau für heute gestorben. Hoffentlich waren die beiden keine Ärzte. Er hasste Kollegengespräche beim Essen. Irgendwas mit Design hatte Wiebke vermutet, aber sie wusste es nicht genau.

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Das Corona-Tagebuch V

Das Corona-Tagebuch lebt! Inzwischen schreiben noch vier AutorInnen täglich ihre Beobachtungen zum Tage, zum Virus, zu den Veränderungen – oder auch nur zu ihren Gefühlen. Interessant ist die Hinwendung zu literarischen Genres, hier besonders am Eintrag von Ulrich Fritz am 21. April 2020 (letzter Eintrag) erkennbar. Das Foto gehört zum Beitrag von Stefan Gross vom 20. April 2020. Die Urheberrechte liegen selbstverständlich bei den AutorInnen. Die Beiträge vom Corona-Tagebuch V sind chronologisch geordnet.

 

18. April 2020

Beate van den Berg – Herdenimmunität

Wir nähern uns dem Ende von Woche 4 der Kontaktsperre und Berlin hat mit dem heutigen Tag die Herdenimmunität ausgerufen. Mit anderen Worten: Berlin hat die Schnauze voll von Kontakt- und sonstigen Beschränkungen und kehrt zu alter, fast nostalgisch anmutender Renitenz zurück.
Ich war heute viel unterwegs, mit dem Griechen und um Besorgungen zu machen, und dachte, ich wäre im falschen Film oder wieder mal in einem meiner nächtlichen Träume stecken geblieben. Es war so viel Treiben: hupende, nervöse Autofahrer; rasende Fahrrad-GRUPPEN(!!), Wiesen voller Menschen, ebenfalls in Gruppen. Es war… wie immer. Weiterlesen

Wie gelähmt – Gastbeitrag zum Corona-Tagebuch

Opferkonkurrenz

Wie gelähmt – Gastbeitrag zum Corona-Tagebuch von Claudia Nentwich

Claudia Nentwich lebt in Berlin. Die Singer-Songwriterin und Autorin Claudia Nentwich hat bisher sieben CDs und zwei Bücher veröffentlicht, ihr drittes Buch wird 2020 im KLAK Verlag erscheinen. Seit 2007 ist sie Gastgeberin der Veranstaltungreihe Songs ohne Boot

Berlin, 16.04.2020

Gelähmt von meinen Gefühlen

Wie immer dauert es etwas bei mir, bis ich es schaffe, eine neue Situation zu bearbeiten, geistig und körperlich. Das hat etwas damit zu tun, dass meine physische Gesundheit von Kindesbeinen an wacklig ist, und dass ich hypersensibel bin und mir schnell alles zu viel wird. Auch in der Corona-Krise konnte ich das wieder beobachten, gelähmt und von meinen Gefühlen überwältigt, war es für mich schwer, einen klaren Gedanken zu fassen.

Gestern kam mir in den Sinn, dass mich diese Krise mit ihren Bewegungseinschränkungen an das Jahr 2000 erinnert oder besser die Erinnerungen daran triggert. Ein Jahr, das ich hauptsächlich zuhause verbracht habe, wegen einer Chemotherapie. Diese Zeit, in der ich so schwach war, dass ich die Wohnung kaum verlassen konnte, habe ich noch in guter schlechter Erinnerung. Weiterlesen

Das Corona-Tagebuch IV

Schaf

In loser Folge veröffentlichen wir Texte aus dem Corona-Tagebuch, bei dem die AutorInnen die aktuelle Zeit der Kontaktsperre schriftstellerisch bearbeiten. Das Copy-Right liegt bei den AutorInnen

Das Corona-Tagebuch IV

 

6. April 2020

Beate van den Berg – Bad Hair Day

Wir schreiben Woche 3, Tag 1 der Kontaktsperre, und ich wache schon mit schlechter Laune auf. Nicht nur ein bisschen schlechte Laune, sondern so richtig schlechte. Bereits gestern war mir gar nicht nach Tagebuch-Schreiben, aber ich hatte gedacht, nach einem Ruhetag würde es wieder runder laufen.
Aber als ich heute morgen in den Spiegel schaue, denke ich, mich tritt ein Pferd. Meine Haare hängen in blond-graumelierten Strähnen derart lustlos in der Gegend herum, dass ich kurz den Impuls verspüre, selbst mal kurz mit der Schere Hand anzulegen. Dann denke ich, vermutlich um einem Akt der Selbstverstümmelung vorzubeugen, dass heute ja Montag ist und mein Friseur auch ohne Corona heute geschlossen hätte. Und dann, dass die Mutter meines Schreibgefährten Stefan es ziemlich gut hat, eine Fachkraft in ihrem Bekanntenkreis zu haben. Bin weiterhin sehr angespannt. Untersuche den Griechen auf Flöhe, da ich seit Tagen einigen Pusteln auf der Haut habe. Weiterlesen

Das Corona-Tagebuch III Texte vom 4. bis 6. April

Engel

Wir veröffentlichen in loser Folge Texte aus dem Corona-Tagebuch, einem aktuellen Experiment von schreibwerk berlin. Das Urheberrecht liegt bei den AutorInnen.

Das Corona-Tagebuch III

2. April 2020

Rita Lindner – Grau in Grau

Seit gestern habe ich einfach keine Lust zum Schreiben. Mir fällt nichts ein. Ich schaue auf der hinteren Seite unseres Hauses in den Garten: grauer Himmel, die kahlen schmutzig weißen Holzpaneele, mit denen sich der Nachbar links abgrenzt, vom Wind und den Krähen umgestülpte Futterschalen für unsere Gastkatzen, Tristesse. Ich schaue vorne aus dem Fenster: grauer Himmel, kein Mensch, kein Tier ist zu sehen auf unserer kleinen Straße, die nur eine kurze Sackgasse mit einer Wendeplatte ist. Weiterlesen

Post aus Indien – von Petra

Indien

Post aus Indien – von Petra 

Die Autorin des Beitrags lebt in Deutschland und Indien. In Varansi betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann eine Künstlerresidenz. Alle Fotos stammen von Petra.

 

Indien / Varanasi 26.03.2020
RE: Ausgangssperre

Liebe B…,

Wir versuchen, hier irgendwie Routinen aufrechtzuerhalten. Morgens arbeiten wir im Garten solange die Temperaturen es zulassen. Wir ernten unsere Tomaten, Blumenkohl, Kohl, Auberginen. Danach Kaffee und Duschen. Navneet kocht dann was gemeinsam mit Lori, der Künstlerin aus New York, die es vorzieht hier zu bleiben, statt nach Hause zu gehen.

Ich sitze einige Stunden am Tag im Büro, da wir unsere Lieferanten beruhigen müssen, arbeite gewisse Dinge auf, die schon länger überfällig sind. Nachmittags gibt es Tee auf der Terrasse, Abendessen fällt aus, gegen 9 Uhr geht’s ins Bett. Lesen im Dunkeln ist nicht so schick, da anschließend das Zimmer voll Moskitos ist, die einem die Nachtruhe rauben. Weiterlesen