Der Geruch von Weihnachten – ein Wettbewerb

Beschreiben Sie die Düfte von Weihnachten – Ein Wettbewerb 

Wettbewerb: Der Geruch von Weihnachten

Wie erleben Sie (bzw. Ihre Protagonisten) den Geruch von Weihnachten? Wir laden Sie ein, an unserem Mini-Wettbewerb teilzunehmen und bis zum 24. Dezember einen bis zu 5-seitigen Text darüber zu verfassen. Schicken Sie ihn mit dem Stichwort: Der Geruch von Weihnachten an info@schreibwerk-berlin.de.

Zugelassen sind alle Genres: Gedichte, Beschreibungen, Kurzgeschichten, fiktive oder autobiographische Texte, Essays, Pamphlete und Lobpreisungen.

Wie üblich bildet das Publikum wieder die Jury: Bis zum 31. Dezember haben Sie die Möglichkeit, Ihren Favoriten zu benennen (die Texte werden zeitnah auf der Homepage veröffentlicht und per Newsletter angekündigt).

Die Preise

Selbstverständlich gibt es auch etwas zu gewinnen:

  1. Preis: Online-Special Extremdenken
  2. Preis: Doris Dörrie; Leben Schreiben Atmen. Eine Einladung zum Schreiben (gebundenes Buch)
  3. Preis: Taschenbuch: Ines Geipel, Generation Mauer (Taschenbuch)

Der Geruch von Weihnachten: das Aroma von Familie

Der Mensch kann etwa 10 000 verschiedene Gerüche unterscheiden. Sie wecken Erinnerungen, lösen Assoziationen aus, verursachen Wohlgefühl oder Ekel. Lebkuchen, Bratapfel, Zimt und Zigaretten mögen den Einen, Myrrhe, Weihrauch, Amber und Mist den Anderen an das kindliche Weihnachten erinnern. Bei dem Versuch, Gerüche und Düfte in Worte zu kleiden, geraten wir schnell an unsere Grenzen. Über diese hinaus zu gehen, dazu möchten wir Sie animieren. Unsere Riechschleimhaut besitzt drei Millionen Riechsinneszellen auf einer Fläche, die nicht größer  ist als ein Zwei-Euro-Stück. Dennoch tun wir uns schwer, wenn es darum geht, Düfte zu beschreiben. Das liegt daran, dass der Geruchssinn der archaischste aller Sinne ist – wahrscheinlich war der schon überlebensnotwendig, als die Menschen noch keine Sprache entwickelt hatten.

Ob Sie nun Chanukka feiern oder Jahresendfeste, ob Sie Fleisch essen oder vegane Köstlichkeiten auf den Tisch bringen, das ist uns egal. Wir sagen Weihnachten, weil das bei uns so Brauch war und eine frohe Botschaft verkündet. Besinnlichkeit benötigt in jedem Fall Andacht, zu der wir modern Achtsamkeit sagen. Jetzt ist Ihre Nase gefordert, besonders achtsam zu sein.

Im Dezember beginnt eine ganz besondere Geschäftigkeit. Viele kleine und große Menschen backen, basteln und verstecken die Geschenke im ehemaligen Heizungskeller oder in der Wäschetruhe. All das ist verbunden mit spezifischen Aromen. Der Duft von Adventskränze und Kerzen wabert über der Szenerie. Der Winter schleicht sich durch die Eingangstür mit einem Hauch von Schnee – oder von Schneeregen. Die Katze müffelt, der Hund stinkt, das Bad duftet nach Kardamon und erstrahlt in Kerzenlicht. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Zu den schrillen Liedern auf dem Weihnachtsmarkt von Jingle Bells und Rudolph the rendeer erschnuppern unsere Nasen die Aromen von Glühwein und Pinkel – im doppelten Sinn. Und von Ledertaschen und leeren Geldbörsen, von Nelke, Zimt und Koriander. Dies konkurriert mit der Bratwurst vom echten deutschen Rost. Darüber hinaus stürzen uns die Parfümabteilungen der Drogeriemärkte in ein Chaos der Gefühle.

Beschreiben Sie die Gerüche, die angenehm sind; mischen Sie ein paar Misstöne (bzw. -gerüche) in das Fest, versuchen Sie, die Bandbreite der olfaktorischen Fähigkeit auszunutzen. Wenn es Ihnen gelingt, daraus einen spannenden Text zu komponieren, freuen wir uns auf das Ergebnis. Hier ein Link zu einem Essay über den Geruch in der Literatur, der Ihnen eventuell ein paar Ideen liefert. Überraschen Sie uns mit Ihren Ideen zu den Geruchswelten, die das Ende des Jahres mit bestimmen.

 

Im Schatten der Welle – ein Roman über die Folgen des Tsunami

Titelbild Im Schatten der Welle

„Im Schatten der Welle“ – ein Roman von Andie Arndt

Ein Roman über die Folgen des Tsunami. Hier erzählt Andie Arndt die Entstehungsgeschichte.

Dieser Roman ist all jenen gewidmet,
die im Tsunami 2004 umkamen,
den Verschwundenen und denen, die sie liebten.
Schmerz geht, Liebe bleibt.

Im Frühjahr 2014 kam ich von einem längeren Auslandsaufenthalt zurück nach Berlin. Ich hatte u.a. wieder eine Zeitlang in Indonesien verbracht, was mir zur zweiten Heimat wurde. Schon seit einiger Zeit schrieb ich an einem privaten Blog, doch das reichte mir irgendwann nicht mehr. Ich beschloss, die Schreiberei professioneller anzugehen und meldete mich bei Hanne Landbeck zum Online-Kurs „Kreatives Scheiben“ an, nicht ahnend, dass dies mein Leben verändern würde! Weiterlesen

Der Traum vom Schreiben: ein Literaturpreis. Saskia Luka und ihr Roman „Tag für Tag“

saskia luka tag für tag

Was habe ich schon zu sagen – oder wie Saskia Luka zu einem Literaturpreis kam

Stellen Sie sich vor: Sie schreiben über Jahre einen Roman, zweifeln an seiner Qualität, an Ihren Einfällen, an Ihrem Durchhaltevermögen, am Sinn des ganzen Unternehmens. Sie machen zwischendurch immer noch andere Dinge: die Kinder, die Wäsche, Theater, Ihren „eigentlichen Beruf“. Da bleibt ja keine Zeit zum Schreiben. Außerdem hat es eh keinen Sinn. Was habe ich schon zu sagen, fragen Sie sich. Und doch kommt dann immer wieder Ihr Schreibteufelchen und springt Sie an, drängt Sie, weiter zu schreiben. Sie knapsen sich die Zeit dafür ab, Sie holen sich Hilfe und Rat, das Manuskript wird immer voluminöser (na gut, im Schneckentempo) – und am Ende drucken Sie dann tatsächlich ein Buch aus. Erst auf Ihrem eigenen Drucker. (Unser Beispiel heißt: Saskia Luka „Tag für Tag“.) Weiterlesen

Die Freiheit des Schreibens

Frei sein - Karussell

Ein seltsam Ding

Es ist ein seltsam Ding mit der Freiheit des Schreibens: Viele wollen Romane und Erzählungen schreiben, weil sie sich dadurch frei fühlen und weil das (kreative) Schreiben eine der letzten Bastionen des individuellen Ausdrucks eines Menschen ist. Der nigerianische Autor Peter Kimani formuliert das recht drastisch: „Literatur“, so sagt er, sei „in der heutigen Welt womöglich als einziger Freiraum übrig“ geblieben. Weiterlesen

Die Zeit, die Zeit II: Was ist das epische Präteritum?

Rotkaeppchen

Was ist das epische Präteritum?

Das epische Präteritum kann einen zum (Ver)Zweifeln bringen. Es ist ein spezielles Phänomen der Literatur.  Denn da schreiben wir nicht genauso, wie wir im wirklichen Leben erzählen. Meist schreiben AutorInnen im Präteritum, das aber – anders als in der Normalsprache – damit keine Vergangenheit ausdrückt. Sondern im Gegenteil: es simuliert eine Gegenwart. Käte Hamburger legte dieses Phänomen 1957 in „Die Logik der Dichtung“ dar. Es ist an sich ja paradox, dass die Literatur durch eine Vergangenheitsform, das Präteritum, eine Gegenwart imitiert. Darüber gab es natürlich immer wieder Streit. Ich aber schließe mich der Interpretation Käte Hamburgers an. Denn wir lesen die Geschichten, die im Präteritum erzählt sind, so, als würden sie jetzt, gerade eben, stattfinden. Weiterlesen

Die Zeit, die Zeit – Teil 1

Zeit

„Keine Zeit, keine Zeit“ ruft der Hase bei „Alice im Wunderland

Die Zeit, die Zeit

Unser Zeitempfinden ist ein seltsames Ding. Manchmal rast sie, die Zeit. Dann wieder vergeht sie unendlich langsam. Insbesondere Kinder, die auf die großen Ferien, den Weihnachtsmann oder den Vater … warten, wissen, dass die Zeit auch quasi stillstehen kann. Dann wieder gibt es Momente, eben wenn der Papa gekommen ist, das Christkind klingelt, die Ferien schon wieder fast vorbei sind, wo wir sie gerne anhalten würden. Oder gar: sie zurückdrehen wollen. Wenn der erste Kuss zu schnell vorbei war, die erste Liebe vertrocknete, oder: Wenn wir endlich nach langer Suche nach neuen Ideen, Sätzen oder Wendepunkten im Flow, in der Versenkung sind. Die Zeit beschäftigt uns ein Leben lang und immer mal wieder im Leben. Sie begleitet uns durch die Jahreszeiten und natürlich, wenn wir uns beim Altern zuschauen. Weiterlesen

3 Dinge brauchen AutorInnen

3 Dinge braucht der Mann

3 Dinge brauchen AutorInnen!

 

Früher hat man gesagt: 3 Dinge braucht der Mann:

Heinz Erhardt und Hans-Joachim Kulenkampff inszenierten sich in schönster gegensätzlicher Männlichkeit. Das waren noch Zeiten!

Heutzutage sagt der/die Schreibcoach:

3 Dinge brauchen AutorInnen:

  • Eine gute Idee
  • Einen spannenden Plot
  • Interessante Charaktere

Hinter dieser Aussage versteckt sich die Schwere der Arbeit eines Romanciers (oder einer Romancière?). Wahr ist, dass es nicht so ganz einfach ist, einen Roman zu schreiben. Wer schon einmal versucht hat, einen Roman oder eine Kurzgeschichte zu schreiben, weiß, dass dazu alles Mögliche gehört. Vor allem brauchen wir Geduld. Und den Glauben an die eigenen Ideen und Entwürfe.

Natürlich stimmt es, dass wir für gute Storys eine Idee, einen überraschenden Handlungsentwurf und interessante ProtagonistInnen benötigen. Doch die wichtige Frage ist für (angehende) AutorInnen nicht das WAS, sondern das WIE.

Es müsste also richtiger heißen: Wie erhalte ich eine gute Idee? Wie finde ich den spannenden Plot? Wie entwickle ich interessante ProtagonistInnen? Und vor allem: Wie halte ich durch?

Und darum geht es natürlicherweise in unseren Kursen.

Unsere Tipps

  1. Bringen Sie sich in einen Zustand, der die Ideen kommen lässt. Das nennt man Flow. Am besten, Sie schreiben dazu einfach alles auf, was Sie an Ideen haben, worüber Sie immer schon gerne mal ein Buch geschrieben hätten. Schreiben Sie auch das auf, was Sie bisher eigentlich verworfen hätten. Lassen Sie all das zu, was Sie als blöd, irrelevant, abstrus oder sonstwie abqualifiziert hätten. Arbeiten Sie damit, schreiben Sie alles auf und zensieren Sie erst einmal nicht.
  2. Schalten Sie alle, damit meine ich wirklich ALLE, Störfaktoren aus (Handy, Internet, etc.). Schließen Sie alle sozialen Netzwerke und lassen Sie die anderen Menschen einfach mal außen vor. Nur so erhalten Sie die (innere) Ruhe, um kreativ zu werden.
  3. Dann wählen Sie aus der Fülle Ihrer Ideen aus: streichen Sie das, was Ihnen nicht zusagt, nehmen Sie das, womit Sie ein gutes Gefühl verbindet, eines, das Sie gleichzeitig als Herausforderung und als Herzenswunsch empfinden.
  4. Überlegen Sie, welche besonderen Charaktere Ihre Idee erfordert. Entwickeln Sie diese.
  5. Die Handlung entsteht aus Ihren Charakteren und der Idee.
  6. Üben Sie Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Schreiben Sie mehr Texte zu den Protagonisten, als Sie für den Endtext brauchen.
  7. Probieren Sie unterschiedliche Perspektiven für Ihre Figuren aus, damit Sie sie besser kennen lernen.
  8. Fertigen Sie einen Lebenslauf für jeden Charakter an, mit besonderen Fähigkeiten und Kennzeichen. Führen Sie Interviews mit ihnen, insbesondere zu ihren Geheimnissen und dunklen Lebensflecken, zu ihren Wünschen, Hoffnungen und Enttäuschungen.

Dann werden Sie schon merken, wohin die Reise geht!

Viel Vergnügen.

 

 

 

Das Leben gehört den Lebenden

Ursula Sinemus

„Das Leben gehört den Lebenden“,

so lautet der Titel des zweiten Romans  von Ursula Sinemus und das war auch Ursulas Lebensmotto. Sie starb in den frühen Morgenstunden des 02. Mai im Alter von 79 Jahren in Mölln.

Es gibt Begegnungen, die sind ganz besonders. Die von Ursula Sinemus und mir war so. Komisch, schüchtern, auf jeden Fall nachhaltig. Komisch war ich, schüchtern war sie: Ursula – aber nur auf den ersten Blick. Kannte man sie näher, schälte sich eine Draufgängerin heraus: sie war unerschrocken, sie war abenteuerlustig – und immer neugierig. Und sie war bescheiden. Das hatte ich wohl anfangs mit Schüchternheit verwechselt. Weiterlesen