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Kein Housekeeping – von Andrea Gärtner

“Kein Housekeeping” – von Andrea Gärtner

Kein Housekeeping entstand im Speed-Writing-Kurs als Gewinn des Wettbewerbs “Warum schreiben Sie?” Den Speed-Writing-Kurs gibt es auf Nachfrage.

„Housekeeping!“ Mathilda klopfte dreimal zügig an die Tür mit der Nummer 326. Gerade als sie in ihrer Schürze nach der Keycard fingerte, öffnete sich die Kabinentür einen Spaltbreit. Eine dicke Nase kam zum Vorschein, rot geädert und feucht glänzend. Mathilda zwang sich den Blick davon abzuwenden und mit dem Gast wie vorgeschrieben höflich lächelnd Blickkontakt aufzunehmen. Das Lächeln gefror ihr auf der Stelle. Piotr Wolkow – so hieß der Mann laut ihrer Liste – starrte sie aus unterlaufenen Augen grimmig an. Die Bartstoppeln der letzten Tage zierten seinen teigigen Teint, ein Schweißfilm bedeckte seine Haut.

„Brauche nicht Housekeeping“, sagte er in gebrochenem Deutsch und entblößte dabei schiefe gelbe Zähne. Der faulige Mundgeruch, der mit den Worten bei Mathilda ankam, verursachte ihr Übelkeit. Sie straffte die Schultern. „Herr Wolkow, Ihre Kabine wurde meinen Aufzeichnungen zufolge seit vier Tagen nicht gereinigt.“

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Augenblick – Eine Short Story von Andrea Gärtner

 Augenblick – Eine Short Story von Andrea Gärtner

“Augenblick” entstand im Speed-Writing, dem Gewinner-Kurs des Wettbewerbs “Warum schreiben Sie”. Speed-Writing gibt es auf Nachfrage, Wettbewerbe in unregelmäßigen Abständen.

Milla saß am Fenster und starrte hinaus. Das muntere Treiben ihres Lieblingscafés hatte sie ausgeblendet. Sie hielt ihren Latte zwischen den eisigen Fingern und dachte angestrengt nach. Wie hatte es nur soweit kommen können? Sie hatte sich immer für eine emanzipierte Frau gehalten, die ihr Leben klar vor sich gesehen hatte. Mit dem Volontariat im Museum war sie ihrem Traumberuf der Kuratorin wieder ein Stück nähergekommen. Und die Beziehung zu Till hatte sich anfangs auch genauso gestaltet, wie sie sich das gewünscht hatte. Anfangs. Sie trank einen Schluck Kaffee und stellte das Glas ab. Als ihr Ellenbogen die Tischkante berührte, zuckte sie schmerzhaft zusammen.

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Ein merkwürdiger Tag – von Diana Ohmann

Der Schlafteppich – von Diana Ohmann

“Der Schlafteppich” entstand im Speed-Writing – der Gewinn des Wettbewerbs “warum schreiben Sie?”. Speed-Writing gibt es auf Anfrage.

iAm sah sich um. Das konnte einfach nicht möglich sein. Absolut unmöglich. Er kniff die Augen zusammen und öffnete sie wieder, in der Hoffnung; alles würde sich nur als böser Traum entpuppen. Von dem braunen Sumpfmann, mit dem er sich die karge Schlafzelle in der Karawanserei geteilt hatte, war nur noch eine zerknüllte Decke zu sehen. Immerhin eine Decke! Denn iAms eigene Habseligkeiten hatten sich buchstäblich in Luft aufgelöst, seine Umhängetasche, seine Schuhe, sein Umhang, Proviant – alles war verschwunden. Man hatte es scheinbar sogar geschafft, ihn während der Nacht von seinem Schlafteppich zu rollen und ihm diesen unter seinem Hintern weg zu entwenden. Schlafteppich

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Schreiburlaub in Chania

Chania, eine Stadt des Lichts

Warum ein Schreiburlaub in Chania?
Chania ist eine Stadt des Lichts, des Meeres, der gelassenen Heiterkeit (soweit das in Zeiten der Krise möglich ist) und der Gegensätze: hinter ihr die schroffen Berge, auf denen jetzt noch Schnee liegt, vor der Stadt das Meer mit dem weiten Horizont. Drinnen Bauwerke aus unterschiedlichen Epochen, Herrschaftssystemen, mit antiquiert anmutende Gassen und einer sehr versteckten Synagoge. Das Geschäftszentrum folgt dem Maß an High-Tech, das einer kretischen Metropole angemessen ist. Es gibt Cafés, Bars, Restaurants, eine Uni, das Goethe-Zentrum, ein Gericht, viele viele Kirchen und freundliche Menschen. Ein Wunder, dass die Kreter nach all den Herrschaften, die die Insel und ihre Bewohner – sagen wir mal – “genutzt” haben, noch so gastfreundlich sind.

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Kreatives Schreiben lernen – Was Ihnen ein Kurs bringt

Warum Kreatives Schreiben lernen? 

Sie fragen sich, warum Sie Kreatives Schreiben lernen sollen?
Hegen Sie schon lange den Wunsch, etwas zu schreiben? Vielleicht wollen Sie sogar Schriftsteller werden? Schon oft haben Sie angefangen, aber selten etwas zustande gebracht, das Ihnen wirklich gefallen hat? Sitzen Sie manchmal vor dem leeren Blatt und empfinden es zugleich als Freund und als Feind? Als Freund, der Möglichkeiten eröffnet – und als Feind, der Sie höhnisch anstarrt und sagt: Das wirst du doch nie schaffen?
Dann ist der Kurs “Kreatives Schreiben” in seiner Online- oder in seiner Präsenzversion für Sie richtig.

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Heimchen am Herd – kein Goldes wert? Frauen und Männer im Literaturbetrieb

Ein Beitrag zur #Me too-Debatte im Literaturbetrieb

ein fortlaufend aktualisierter Artikel zu einem wichtigen Thema

Frauen im Literaturbetrieb? Inzwischen schreiben wir das Jahr 2020, gerade hat eine Frau den Literaturnobelpreis erhalten, nämlich Louise Glück aus den USA. Und eine weitere Frau, Annette Weber,  hat den Deutschen Buchpreis bekommen: Alles paletti also was die Frauen angeht? Ich frage mich – ganz heimlich: Gibt es einen besonderen Grund, weshalb beide in Versen schreiben? Weil Verse weniger gelesen werden? So wenig wie die Literatur von Frauen? Das stimmt ja nicht, höre ich Sie rufen: Agatha Christie, Joanne K. Rowling, Margaret Mitchell, Marilyn French – tatsächlich stehen ein paar Frauennamen auf der Liste der meistverkauften Romane.

Zirka siebzig Prozent der Teilnehmer*innen an Schreibkursen sind Frauen, mindestens. Lassen Sie mich mal grob (werden) schätzen: Siebzig Prozent der besprochenen Literatur in den einschlägigen Feuilletons ist von Männern geschrieben (wahrscheinlich mehr). Die können es also einfach? Nun, sie denken, sie können es – und die Lektor*innen in den Verlagen denken auch, die Männer können es einfach.

Bei Frauen lassen wir Vorsicht walten

Bei Frauen lassen auch wir Frauen Vorsicht walten, bevor wir eine aus Versehen zu sehr loben. Eine Ausnahme bilden auswärtige Frauen, unbekannte noch dazu, wie z.B. Elena Ferrante. Die wird unisono gelobt (zu Recht, versteht sich). Oder tote Frauen sind auch klasse, wie z.B. – na welche denn? Mir fällt noch nicht mal eine Verblichene ein. Georges Sand, die sich als Mann verkleidete? Sri Hustvedt, die nicht verblichen, dafür aber mit einem weltberühmten Autor verheiratet ist und aussieht wie ein Model, selbst noch mit 60 plus? Also: vermarktbare Frauen. Der Perlentaucher besprach am 1. März 2017 sieben Bücher, davon sechs von Männern geschrieben. Ich denke mal, dass das die Norm ist. Man müsste eine Untersuchung darüber, wissenschaftlich, versteht sich, durchführen. Und käme  ganz sicher zum niederschmetternden Ergebnis.

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Warum ich schreibe – Ein Testimonial von Tonie Richter

Fantasie – zum Glück

Wie Fantasie zum Glück beiträgt,, beschreibt Toni Richter in diesem Artikel.

Warum ich schreibe – von Tonie Richter

Tonie Richter, 47, lebt in Berlin. Sie studierte Jura in Hamburg und Paris, arbeitet als Juristin, ist verheiratet und hat vier Kinder. Dieser Text entstand zu Beginn des Online-Kurses Literarisches Schreiben

Schreiben in der Nacht

Meine letzte Schreibphase 2016 dauerte von Anfang Oktober bis Anfang November. Ich schrieb abends und bis  tief in die Nacht, wenn die Kinder schon schliefen und mein Mann nicht da war. Es war wie in den lange zurück liegenden Zeiten meiner Doktorarbeit, die ich in der letzten, intensiven Phase immer zwischen 19 Uhr abends (nach den Vorabendserien im Fernsehen) und drei Uhr nachts schrieb. Dann schlief ich bis mittags, kaufte ein, kochte (die erste Mahlzeit am Tag war meist das Mittagessen), las am Nachmittag Quellen und Fachtexte, ging in die Bibliothek und machte Recherchen und Notizen. Keine Textproduktion! Dann kam „Verbotene Liebe“ oder „Unsere kleine Farm“ – die Vorabendserien konnten nicht kitschig genug sein –  und dann setzte ich mich an den Schreibtisch, hörte Streichquartette und tippte. Das Beste: nachts geschriebene Texte musste ich kaum überarbeiten. Sie waren einfach gut. Versuchte ich die Textproduktion am Vormittag – gar keine Chance. Jeden Satz musste ich dreimal umdrehen.

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Ziehen Sie sich warm an! Prokrastinieren Sie weiter.

Prokrastinieren Sie einfach weiter

Prokrastinaken? prokratzinieren? Wie heißt das noch mal, ah ja: Prokrastinieren. Das kommt aus dem Lateinischen und meint Aufschieben. Auf den nächsten Tag, die nächste Gelegenheit und dann auf irgendwann. Einigen Autor:innen geht es so und sie schreiben dann einfach nie. Wir helfen Ihnen dabei!

Prokrastinieren Sie noch? oder schreiben Sie schon? Diese Frage stellen viele Schreibcoachs und geben gut gemeinte Ratschläge gegen die Aufschieberitis. Denn viele Menschen, die schreiben wollen, prokrastinieren einfach vor sich hin. Wir haben schon beschrieben, was man dagegen machen kann, deshalb wollen wir Ihnen heute mal gegenteilige Tipps geben (Achtung: Ironie).
Wenn Sie also nicht schreiben wollen, befolgen Sie doch bitte unsere Ratschläge:
  • Da ja eh klar ist, dass Andere besser schreiben, lassen Sie es am besten einfach sein.
  • Sollten Sie eine Idee für eine Geschichte haben: Gehen Sie lieber einkaufen. Es gibt so viele schöne chinesische Kleider. Oder Accesssoires, Handys und Briefmarken.
  • Stellen Sie sich die Kardinalfrage: Warum will ich überhaupt (eine Geschichte) schreiben? – und beantworten Sie sie am besten mit: Ich weiß nicht …
  • Sollten Sie aus Versehen wirklich mal am Schreibtisch sitzen, nutzen Sie das Internet. Da gibt es facebook, twitter, Pinterest und noch mehr mit all den Geschichten über Geschenke der neuen an die alte Präsidentengattin – übrigens wäre DAS nun wirklich Anlass für eine schöne Geschichte: was ist in der türkisfarbenen Box, die Melania Trump Michelle Obama überreichte?
  • Das bringt mich zur Büchse der Pandora: Öffnen Sie sie nie, es könnten vergiftete Pfeile drin liegen, die sich automatisch in Ihre Gehirnwindungen bohren. Lassen Sie also jegliche Idee Idee sein, buchen Sie einen Flug nach Thailand und legen Sie sich dort an den Strand.
  • Sollten Sie schon mindestens einen Satz geschrieben haben: Hören Sie wieder auf. Wischen Sie Staub, bügeln Sie Ihre Wäsche und bügeln Sie alle Versuche Ihres Willens ab, zu schreiben. Es kämen eh nur glatte Lügen bei raus.
  • Wenn Sie immer noch von dem Wunsch getrieben sind, zu schreiben, schauen Sie auf die Weltpolitik: Da verschlägt es Ihnen doch sowieso die Sprache.

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