Bergnot – Short Story von Judith Schlepütz

Bergnot – Short Story von Judith Schlepütz

Bergnot – Short Story von Judith Schlepütz

Judith Schlepütz ist gelernte Buchhändlerin und Astrologin. „Schreibe viel zu selten literarisches, verkaufe es mehr. Und bin Astrologin.“
Der Text entstand im Speed-Writing

Bergnot

Wie festgetackert

Ist es schon Morgen? Geht die Sonne auf oder unter? Woran erkenne ich nochmal den Unterschied? Sie hängt da so rot rum – was macht sie denn jetzt? Ah! Sie kommt nach oben. Verstehe. Es geht wieder los. Nun denn, versuchen wir, das Beste daraus zu machen, nicht?
Gunther versuchte sich zu strecken, zu dehnen, ließ seine Gelenke kreisen um wieder etwas Leben in die tauben Glieder zu bekommen. Er fühlte sich vollkommen steif, unbeweglich, wie festgetackert – und so sah er auch aus – seine Bemühungen und die Morgengymnastik waren von außen nicht zu erkennen. Darauf war er auch stolz, das hat er von klein auf – äh, von jeher eingeübt.

Er wusste so vieles nicht mehr

Ein bekannter Zustand also, und dennoch fühlte sich anders an. Seit einer ganzen Weile schon. Seit wann? Er wusste es nicht. Er wusste so vieles nicht mehr. Das war noch das Allerschlimmste. Dass er so vieles nicht mehr wusste. Also, nicht, dass er nicht schon immer wusste, dass er ja eigentlich sowieso nichts wusste, bzw. wusste, dass er nichts wusste. Aber er wusste, dass er noch viel weniger wusste, immer weniger, als… Er hatte sich in seinen Überlegungen verheddert. Was wollte er noch mal…? Er wusste es einfach nicht mehr.

Ungreifbar zunächst

Irgendetwas hatte sich verändert, ungreifbar zunächst, schleichend, schwelend, diffus. Er hatte es an Kleinigkeiten gemerkt, damals, als es anfing: Als er plötzlich nicht mehr sagen konnte, ob die Feuer, die er sah, zur Sommersonnenwende entfacht wurden oder Osterfeuer waren. Überhaupt, diese Jahreszeiten. Er kam immer mehr durcheinander. Da gab es eine Zeit, nach dem Winter, dem Unerbittlichen, aber doch auch einem guten Freund, ja doch, sie kannten sich ja schon so lange, sie beiden alten Zausel…

La Primavera

Da gab es eine Zeit, er versuchte sich immer wieder zu erinnern, die war… so schön… bezaubernd… und machte auch etwas ungeduldig und konfus, weil sie sich zunächst kokett zeigte und immer wieder ihr Versprechen zu brechen drohte, das Versprechen, die Primeln zu bringen und das Gras, und die Sonne nicht mehr nur als kalte weiße Schönheit zu sehen, sondern auf sich zu spüren, alles zum Fühlen und zum Leben und zum Tanzen zu bringen. Ja, jetzt fiel es ihm wieder ein: Frühling hieß diese Zeit, La Primavera, die Schönste von allen. Verdrehte sogar dem Winter den Kopf, obwohl sie ihn ja eigentlich vernichtete. Wenn man es mal genau nahm. Aber er nahm es ihr nicht übel, da war er wirklich sportlich. Das musste Gunther seinem alten Kumpanen, dem Winter, lassen.

Schneeinkontinent

Jetzt war er also wach. Und auch nicht. Er fühlte sich so… wattig im Kopf. So seltsam. Er, der so gerühmt wurde für seine Weisheit (auch wenn er ja schon immer wusste, dass er eigentlich nichts wusste!), seine Klarheit, seine Unverrückbarkeit. Auf ihn war doch immer Verlass. Und jetzt? Immer öfter ließ er Lawinen los, er konnte sie einfach nicht mehr halten. Schneeinkontinent sozusagen. Er schämte sich. Das mit dem Frühling, dass der nicht mehr kam, oder nur ganz kurz und sehr verändert, dafür konnte er nichts. Das wusste er. Aber diese vielen Unachtsamkeiten und Veränderungen auf seinem, ja, so kann man schon sagen Hoheitsgebiet, doch, doch – das verwirrte ihn zunehmend.

Kein rosa Wattebäuschlein

Lag es doch an ihm? An seiner Vergesslichkeit, diesem Watte- statt wie früher so felsenfesten Granitgefühl, das ihm so selbstverständlich war all die Zeit hindurch? Er war doch ein großer starker Berg, verdammt noch mal, kein rosa Wattebäuschchen!!
Gunther wurde immer unsicherer. Mit den anderen sprach er nicht so viel – das war nicht so sein Ding. Weder seins, noch das der anderen. Man verstand sich wortlos, jeder blieb für sich. Das war auch gut so.

Ach Gott, diese Menschen

Dabei hätten sie sich eine Menge zu erzählen gehabt – klatschen und ratschen und lästern könnte man ja den lieben langen Tag. Vor allem natürlich über…die Menschen!! Ach Gott, diese Menschen. Wer hatte die bloß erfunden. Die reinste Landplage. Da waren sich fast alle einig, das wusste er. Außer vielleicht der verrückte Frühling, der sich so verändert hatte in letzter Zeit. Der mochte, was er mit den Menschen anstellte – lachte sich kaputt über sie: über ihre lächerlichen Jodelversuche, ihre ersten Sonnenbrände, ihr kindisches Balzen auf den Hütten, die Selbstüberschätzung der jungen Burschen beim Überqueren der Schneefelder, die ja immer noch in das Reich des gestrengen Winters fielen, und der kannte nicht so viel Spaß, der nicht!!

Einfach kein echter Berg mehr

Naja, soll er seinen Spaß mit ihnen haben, der Frühling. Wo immer der auch abgeblieben sein mag. Mitunter hatte er es ja auch ganz amüsant gefunden, aber das hatte man ihm, dem coolen Gunther, nie angemerkt, Gottseidank. Pokerface. Das hatte er drauf! Jahrhundertelanges Training!
Und jetzt hatte er das Gefühl, alles löste sich auf, wurde windelwatteweich, ohne Kontur, ohne Grenzen. Er hatte keine Orientierung. Er war einfach kein echter Berg mehr!

***

Was für eine Scheißidee

„Mir brummt der Schädel! Aber sowas von! Ich kann noch nicht aufstehen. Ich will auch nicht auf diesen beknackten Gipfel. Lass mich in Ruh´. Was für eine Scheißidee, diese Bergtour – mir tut alles weh!! Shit.“

Idyllisch, na und?

Paul zog sich die fiese graue kratzige Wolldecke über den Kopf. Oh Gott, wie die müffelte. Und wer da alles schon reingefurzt oder… nein, nein, nicht weiter ausmalen. Die Nacht war eh schon die Hölle gewesen. Es hätte sogar noch ein nettes freies Doppelzimmer gegeben, die Betten kariert bezogen, an den Ecken hübsch aufgeschlagen. Schönes, frischgewaschenes, gestärktes Bettzeug. Idyllisch. Ja! Idyllisch, na und? Warum auch nicht? Durfte man ja wohl auch mal erwarten, wenn man aus Hannover in die Alpen fuhr. Oder sich dazu überreden ließ.

Natur pur

„Spinnst Du? Was bist Du denn für ein Weichei? Wir sind hier auf eine Beeeerghüüüütteee!!! Nicht im Hotel. Hier is nich mit warmer Dusche und kuschligen Wellnesshandtüchern und so…Nee! Das ist reine unverfälschte Bergwelt! Natur pur. Echtes Leben, ey! Klar gehen wir ins Lager. Is ausserdem viel billiger, mal nebenbei bemerkt. Scheinstes ja zu haben…!“ Jonathan hatte sich durchgesetzt. Klar. Wie immer.

Wie Sex ohne Orgasmus

Der Aufstieg war schon sauanstrengend gewesen. Paul wollte eigentlich ein bisschen trainiert haben, vorher, aber irgendwie kam er nicht dazu. War einfach zu viel… egal. Jetzt waren sie oben. Aber noch nicht ganz oben, das war das Problem. Jonathan bestand auf dem Hohen Kraxler, dem Hüttengipfel. Ohne wäre es, als seien sie gar nicht wirklich hier gewesen, fand er. Wie Sex ohne Orgasmus. Naja. Jonathan hatte schon immer ein Faible für ziemlich billige und klischeehafte Vergleiche.

Gut ohne Orgasmus

Paul konnte ganz gut ohne Orgasmus leben – zumindest ohne diesen jetzt. Haha. Aber ein bisschen verstand er es natürlich. Und ganz ohne Ehrgeiz war er ja nun auch nicht. Also gut. Raus aus den Federn, bzw. der schmierigen grauen Wollldecke. Der fünfte Zirbenschnaps war definitiv ein Fehler gewesen. Wenn er wenigstens geschmeckt hätte… Geschenkt. Bergsteigerfrühstück. Sauteuer. Für ein Liter warmes Wasser, zwei Minitöpfchen brüllsüßer Marmelade undefinierbaren Fruchtursprungs, zwei Scheiben Graubrot und schwitzenden Gouda.

Anfängerfehler

Aber selber schuld – so schlau war er ja dann schon, dass er nicht den beliebten Anfängerfehler „völlig überladener Rucksack“ machte – „Ultraleichtwandern“ war das Zauberwort. Minimaler Proviant. Jonathan war die treibende Kraft, okay, aber er, Paul-the Mastermind. Hieß aber leider in der Konsequenz: „Bergsteigerfrühstück“ für neun Euro fünfzig. Fast eine Stunde Jobben im „Café sin Leche“, der veganen Frühstücksbar, mit dem Paul einen Teil seines Lehramtsstudiums (Deutsch und Geschichte) finanzierte. Eigentlich war Jonathan derjenige, dem das mit dem Geld völlig schnuppe sein könnte. Jurastudium, vollfinanziert, Papa Richter, Mama ätherische Künstlerin aus bestem Hause. Das ganze Berufssohnprogramm eben. Vielleicht gingen ihm deshalb die Klischees so leicht von den Lippen, weil es sozusagen sein Lebenshintergrund war. Wie gemein. Paul wischte seine Gedanken weg. Sie waren gute Kumpel, trotz allem, er mochte ihn, sie waren jetzt hier. Alles gut.

360-Grad-Meer aus Spitzen und Graten

Als er aus der Hütte trat, traf ihn die Schönheit des Panoramas unvermutet und mit voller Wucht. Beim Aufstieg war er hauptsächlich auf den Boden vor ihm, seinen schmerzenden Körper und fehlenden Atem konzentriert gewesen. So richtig wahrgenommen hatte er eigentlich nichts von seiner Umgebung. Aber jetzt blieb ihm tatsächlich auch ohne Anstrengung ein bisschen die Luft weg. Berge wohin man schaute, ein einziges wogendes 360-Grad-Meer aus Spitzen und Graten, langgezogenen Rücken und steil aufragenden Wänden. Manche Berge sahen aus wie kleine Teufelsköpfe mit Hörnchen rechts und links, oder wie die Rücken mächtiger Warane.

Mit grünen weichen Matten belegt

Die nahgelegenen Erhebungen scharf und klar gezeichnet, mit grünen weichen Matten belegt, so dass es Paul ein wenig an die samtigen Hügel der Modelleisenbahn erinnerte, die sein Opa auf dem Speicher aufgebaut hatte. Je weiter weg die Berge waren, desto mehr veränderten sich ihre Farben, wurden immer verwaschener, von indigo zu einem hellen graublau, bis sie schließlich ganz in der Ferne milchigweiß, fast unwirklich, zu schweben schienen. Es war, als blickte er in eine ferne Verheißung – ins ShangriLa, in eine bessere Zukunft, es zog und lockte und löste ein unbestimmtes Sehnen aus, das ein Ziehen in der Brust machte: vor Freude und vor Schmerz gleichzeitig.

Er wurde sentimental, auweia. Er spürte etwas Feuchtes im Augenwinkel. Mein Gott, wie peinlich. Spielte er die Hauptrolle in einem Luis Trenker-Film oder was? Leni Riefenstahl hinter der Kamera? Er prüfte, ob seine Gurte richtig saßen, zog hier, ruckelte dort und hoffte, dass Jonathan seine komische kleinbürgerliche Rührung nicht mitbekommen hatte.

***

Pelz, äh Fels

Ah, es ging los. Gunther richtete sich ein klein wenig auf, straffte seine Haltung, wie immer für Außenstehende unsichtbar. Das war eher sowas „Energetisches“, wie der verrückte Frühling immer sagte – wo war der nur, schon lang nicht mehr gesehen, hier war schon eindeutig der Sommer am Ruder: die Sonne gerade erst aufgestanden, und schon brannte sie ihm mächtig auf den Pelz, äh Fels (er musste über sich selber schmunzeln, immerhin – zumindest hatte er seinen Humor noch nicht verloren, das musste er sich aber mal lassen!).

Da kamen sie. Die Prozessionen

Da kamen sie. Die Prozessionen. Blau und rot und grün, die meisten mit silberblitzenden Stecken in ihren Händen, manche leicht wie die Gemsen, manche schwerfällig und tapsig wie die guten alten Bären (die ließen sich ja nun überhaupt schon länger nicht mehr blicken, fiel Gunther gerade ein, also eigentlich schon länger als der Frühling nicht mehr. Und was war überhaupt mit den anderen, den grauen, flinken, leichtfüßigen, den – wie hießen die noch mal, meine Güte, das gibt’s doch nicht, das muss mir doch noch… Wölfe! Genau! Geht doch. Die haben sich auch in Luft aufgelöst, scheints…hmm…) Die Watte wuchs wieder in Gunthers Kopf, er versuchte, sie wegzuschütteln.

Das mit dem Grübeln

Klar bleiben! Orientierung sein! Das war sein Job. Einfach DA, nicht verwirrt sein! Die ersten waren schon ganz oben bei ihm, machten es sich bequem, lärmten oder schwiegen, fast alle zogen ihre kleinen viereckigen Dinger aus der Tasche und sahen durch sie hindurch… Das war auch neu, grübelte Gunther wieder. Warum grübelte er nur immer so viel, grübelte er. Das hatte er doch früher nicht gemacht, oder? Da war er einfach nur da, ganz bei sich gewesen. Das war anstrengend, das mit dem Grübeln. Jedenfalls, sie schienen jetzt alle was zum Sehen zu brauchen, die Menschen. Ihre Augen reichten anscheinend nicht mehr. Auch denen nicht, die schon Brillen hatten. Das fiel ihm schon auf – aber er wusste nicht, mit wem er darüber reden sollte. Waren ja alle ein bisschen schweigsam. War ja auch gut so. Er ja eigentlich auch. War ja nie ein Problem gewesen. Warum machte er sich jetzt so viele Gedanken darum? Er wusste es nicht. Es wurde immer seltsamer. Alles.

***

Nicht ganz echt

„Gimme five! Wir hams geschafft, Alter! Ich bin so stolz auf Dich, ey!!“ Jonathan strahlte ihn mit seinen weissen Berufssohnzähnen breit an.
Wieso war er stolz auf ihn? Paul streifte ein kurzes Unbehagen. Ganz schön herablassend, oder wurde er jetzt kleinlich? „Jo, wir hams geschafft! Sooo geil!“, antwortete er. Seine Begeisterung fühlte sich gekünstelt an, nicht ganz echt, und dennoch war er sehr froh. Erschöpft, aber froh. Und tatsächlich ein wenig stolz auf sich. Immerhin seine erste Bergtour, so schlecht hatte er sich nicht geschlagen. Jonathan flirtete mit zwei Mädels, mit denen sie gestern Abend auf der Hütte einige der schrecklichen Zirbenschnäpse gekippt hatten.

Der Mann für den zweiten Blick

Paul hielt sich etwas abseits. Was nicht besonders auffiel, Jonathan war schon immer der Partylöwe von ihnen beiden gewesen und der Mädelsmagnet. Er wusste, dass er der Mann für den zweiten Blick war. Im günstigsten Fall. Aber das machte jetzt auch nichts. Ihm war nicht nach Flirten und Aufblasen und Smalltalken. Er fühlte sich ganz still innen drin und es fühlte sich gut an. Nicht in der zweiten Reihe, sondern eher hinter den Kulissen, wo man entdecken konnte, was den anderen im Zuschauerraum entging. Unsichtbar war er, aber sehender.

Dicke Stücke von Landjägern

Auf dem Berg war Remmidemmi, immer mehr Wanderer kamen an, packten Brotzeiten aus, klopften hartgekochte Eier an Felsen auf, schnitten mit Multifunktionsmessern dicke Stücke von Landjägern ab. Machten Selfies und Panoramafotos und Fotos von ihren Bergkumpels und -freundinnen, streckten sich aus, riefen „Ahh!“ und „Ohh!!“. Sie fragten „wie heißt denn der da drüben noch mal, der, der so aussieht wie eine Haifischflosse“? Andere wussten ganz genau, wie der hieß, oder taten nur so, cremten sich ein, legten ihre verschwitzten T-Shirts in die Sonne, tranken aus grünen oder blauen oder roten Aluflaschen, schrieben mehr oder weniger Witziges ins Gipfelbuch und ließen ihre Energieriegelverpackungen liegen.

Er hörte es nicht

Um Paul wurde es plötzlich ganz still. Er sah das alles, er sah Münder auf- und zuklappen, lachen, trinken – alles das – aber er hörte es nicht. Als hätte jemand den Ton abgedreht. Er fand das nicht mal seltsam. Oder beunruhigend. Es war so, wie es war. Ein bisschen amüsant irgendwie. Und auch aufregend. Er war gespannt, aufmerksam – aber nicht nach außen, da lief alles – da vermisste ihn keiner. Ab und zu grinsen, das reichte Jonathan und den Mädels. Keiner wunderte sich. Interessant, dachte Paul.

Irgendwie nach Donner

Plötzlich hörte er etwas. Er konnte nicht sagen, was es genau war. Klang irgendwie nach Donner, aber von ganz weit weg. Völlig unbedrohlich. Dennoch löste es Respekt aus bei ihm. So eine Art Respekt, die man vor Lehrern oder Vorgesetzten hatte. Aber denen, die man mochte. Nicht der aufgezwungene Pseudo- Respekt, weil man nun mal der Kleinere, Schwächere, wasauchimmer war, nix zu melden hatte halt – und man im Kopf schon gleich kleine Rachefeldzüge schmiedete, als psychologisches Gegenmittel sozusagen.

Das sprach jemand

Er horchte ganz intensiv und doch unangestrengt in sich hinein, neigte den Kopf ein wenig, um sich zu konzentrieren, das Grollen veränderte sich, er meinte, einzelne Wörter herauszuhören. Und plötzlich war es ganz klar: da sprach jemand! Es klang wie jemand, der schon lange, sehr lange nicht mehr gesprochen hatte, der es nicht gewöhnt war, sich erst mal eingrooven musste. Er räusperte sich, ja, Paul war sich jetzt ganz sicher. Und dann wurde diese Stimme klarer, und fester. Er musste sich trotzdem wahnsinnig konzentrieren, um diese Worte zu verstehen. Wie wenn man mit ganz schlechtem Netz auf dem Handy telefoniert.

„Hier ist, äh, Gunther. Ich glaube, ich bräuchte Ihre Hilfe. Mir geht’s nicht so gut.“

Landbeck