Archive Dezember 2017

In der Stille der Nacht – eine Weihnachtsgeschichte

In der Stille der Nacht – eine Weihnachtsgeschichte

Die Autorin Christina W. lebt, arbeitet und vertreibt sich ihre Zeit in Wien

In der Stille der Nacht 

Mit dem schwärzlichen Silberlöffel

Als ich ihr so gegenüber saß, tat sie mir beinahe leid, diese alte, zerbrechliche Frau. Ihre faltigen Hände zitterten leicht, als sie vier Stück Würfelzucker in ihre kleine Kaffeetasse fallen ließ und danach in Zeitlupe mit dem schwärzlichen Silberlöffel umrührte, den sie sich aus ihrem alten angenehmen Leben hinüberretten hatte können. Damit er nicht verloren ginge, bat sie mich nach jedem Gebrauch mit ihrer charmanten Nachkriegs-Art und rollendem R, ich möge ihn doch gleich abwaschen. Da sie mir dabei immer gönnerhaft einen Fünf-Euro-Schein zusteckte, tat ich das, wenn auch mit wenig Liebe. Dann legte sie ihn in ein kleines Täschchen, das sie in ihrem Nachtkästchen ganz nach hinten schob, so als ob ihr jemand diesen lächerlichen Löffel wegnehmen wollte. Am gleichen Ort versteckte sie auch an manchen Tagen ihre Unterhosen, wenn sie trotz Inkontinenzeinlage nass geworden waren. Sie schämte sich deswegen zu Tode, wenn ich sie am nächsten Morgen zur Rede stellte.  Weiterlesen

Wo schreibt man eigentlich einen Roman?

Wo schreibt man eigentlich einen Roman?

Wo schreibe ich eigentlich meinen Roman?, fragte sich Franziska Hauser, die nur wenig Förderung für den neuen Roman

Die Gewitterschwimmerin

erhielt. Dennoch hat sie es geschafft, und zudem eine Art Fotoroman geschrieben, um die Orte der Literaturproduktion zu dokumentieren:

Man glaubt es kaum, aber selbst die gefährlichsten Situationen hat sie nicht gescheut, wie hier z.B.

In der Badewanne

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Sauerstoff-Mangel – eine Short Story von Beate van den Berg

Sauerstoff-Mangel – eine Short Story von Beate van den Berg

Die Short Story „Sauerstoff-Mangel“ ist im  Speed-Writing-Kurs entstanden.
Die Autorin Beate van den Berg lebt in Berlin

Dass es so einfach sein würde

Dass es so einfach sein würde, hatte er nicht erwartet. Immer und immer wieder hatte er im Kopf alles durchgespielt und sich sämtliche Eventualitäten vorgestellt. Aber als die Tür sich ohne weiteres mit der kleinen Scheckkarte öffnen ließ, war er für einen kurzen Moment überrascht. Weiterlesen