Wie ich einen Roman schrieb – von Natascha Birovljev

Natascha Birovljev hat gerade ihren Roman „Schattenpferde“ veröffentlicht. Sie schreibt über ihre Erfahrungen

Der Wunsch, einen Roman zu schreiben

Der Wunsch, irgendwann mal ein Buch zu schreiben, schlummerte schon seit der Schulzeit in mir. Aber ich hatte keine Ahnung, wie und über was ich eine Geschichte schreiben sollte, die länger als eine Kurzgeschichte wäre.
Nach meinem Magisterabschluss führte mich meine Reiselust nach Kanada und die Liebe zu diesem Land erwachte. 2005 habe ich mein Leben in meiner neuen Heimat begonnen. Die ersten Jahre in Kanada waren ausgefüllt mit Pferden, Bergen, Campen und Reittouren, die ich zusammen mit meinem damaligen Mann internationalen Gästen anbot. Dann begann die Ehe zu bröckeln und ich verlor ganz plötzlich meine Mutter.

Online-Schreibkurs bei schreibwerk berlin

Die Leere, die entstand, wollte gefüllt werden, ich musste etwas nur für mich tun und begann einen Online-Schreibkurs beim schreibwerk berlin. Mir war von Anfang an klar, dass ich in Deutsch schreiben würde, da dies immer meine Muttersprache sein wird, in der ich mich literarisch am besten ausdrücken kann. Während des Kurses bekam ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich die Geschichten in meinem Kopf tatsächlich niederschreiben kann. Die Idee, einen Roman zu schreiben, der auf einer Ranch in Kanada spielt, wurde geboren.

Planung jeder einzelnen Szene

Mit Hilfe eines weiteren Online-Kurses ein Jahr später gelang es mir, den Plot für die „Schattenpferde“ zu kreieren. Endlich hatte ich einen Rahmen, in den ich die bereits geschriebenen Szenen einfügen konnte. Der beste Weg für mich war tatsächlich die Planung jeder einzelnen Szene und ihrer Dramaturgie, Kapitel um Kapitel. Das hatte den Vorteil, dass ich immer den Spannungsbogen im Auge hatte und keine Szenen mehr schrieb, die die Handlung nicht vorantrieben … nun ja, die gab es natürlich schon, aber dafür hatte ich ja die Unterstützung eines Autorenforums mit Diskussionsrunden, die mir sehr weitergeholfen haben.

Das Ende des Romans im Blick

Nach der Planung ging es ans Schreiben. Dieser Prozess brachte viel Freude, aber auch viel Frustration. Bin ich meinen Personen nahe genug? Klingen die Dialoge gestelzt? Macht die Handlung überhaupt einen Sinn? Aber da ich das Ende des Romans im Blick hatte, wusste ich, welchen Weg ich gehen würde, auch wenn der ein oder andere Umweg eingebaut werden musste. Ein Charakter im Buch war zum Beispiel als kleine Nebenrolle konzipiert, wuchs jedoch während des Schreibens über sich hinaus und in der Endfassung rettet er meinen Hauptprotagonisten gleich zweimal aus der Klemme.
Ich nahm mir vor, jeden Tag entweder drei Seiten zu schreiben oder zu überarbeiten. Das klappte nicht immer, sonst hätte ich auch nicht über drei Jahre an den „Schattenpferden“ gearbeitet.

Gebt nicht auf

Aber jeden Abend habe ich mir überlegt, woran ich am nächsten Tag arbeiten würde. Die unzähligen Überarbeitungsschritte forderten meine Geduld heraus, aber sie waren wichtig, um der Geschichte und ihren Personen das Recht zu geben, so gut zu sein, wie sie es verdienten. Das war meine Motivation. Daher mein Rat an alle, die an einem Roman arbeiten, gebt nicht auf, sucht euch Menschen, die euch unterstützen und an euch glauben! Mein Buch nun bei Amazon zu sehen, ist ein euphorisches aber zugleich höchst merkwürdiges Gefühl. Ich kann nun kaum abwarten, die ersten Rezensionen zu lesen … Ungeduld einer neuen Art.

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