Was ist eigentlich Storytelling?

Zauberformel für Geschichten

„It’s all about Storytelling“, sagt Annie Leibovitz über ihre Arbeit. Selbst Fotografen erzählen also Geschichten, wenn sie berühmt werden wollen. Sie finden den besonderen Moment, in dem eine Story steckt und der die Fantasie anregt.

Storytelling gilt als Zauberformel für Geschichten, für die glückende Kommunikation zwischen Sender und Empfänger. Wenn Sie „Ihre Story“ gefunden haben, werden Sie mehr Follower, Leser, Zuschauer und letztendlich auch mehr Kunden erhalten.

Empathie verbindet

Wir alle definieren uns dadurch, dass wir Geschichten erzählen – aus der Schule, von der Arbeit, von Freunden, vom Krieg . So finden wir nicht nur eine gute Zuhörerschaft, sondern auch Freunde. Die Empathie verbindet uns mit der Geschichte. Wenn sich unsere Zuhörer mit den Personen der Story identifizieren, mit ihnen „mitleiden“, haben wir eine Brücke gebaut. Durch das gemeinsame Erlebnis fühlen wir uns miteinander verbunden.

Unser Vorstellungsvermögen macht uns zum Teil der Geschichten, die wir lesen oder sehen. So wird unsere Welt bedeutungsvoll. Wir nehmen an fremden Geschichten (An)teil  und bereichern unsere eigene Welt.

Erlebnis schafft Gemeinschaft

Das Erlebnis für die Zuhörer/Leser/Zuschauer schafft eine Gemeinschaft. Das war beim frühen Storytelling am Lagerfeuer – sagen wir bei den Neanderthalern – nicht anders als heute beim Romanlesen, Filmeschauen oder -streamen.
Alle Storyteller aus allen Zeiten und Kulturen schaffen ein Erlebnis, das Sender und Empfänger vereint. Das gilt für das Schreiben von Short Storys, von Erzählungen, Romanen und Filmskripten, wie auch für das Fotografieren und sogar für wissenschaftliche Texte und für Sachbücher. Denken Sie nur an „Darm mit Charme“ von Giulia Enders oder an „Das geheime Leben der Bäume“ von Peter Wohlleben.

Marketing nutzt das Storytelling

Insbesondere das Marketing nutzt das Storytelling – mit dem Ziel, potentielle Käufer zu einer Gruppe zu vereinen, Identifikationspotential anzubieten und emotionale Erlebnisse zu schaffen. Die Zuschauer eines Videospots oder die Leser eines Blogs identifizieren sich mit den Protagonisten. Sie teilen am Ende den gleichen Humor, die gleichen Werte und bauen ein emotionales Verhältnis zum Angebot auf.

Fantasie des Publikums anregen

Ernest Hemingway sagt man nach, die kürzeste Story der Welt formuliert zu haben: „For sale: Baby shoes, never worn.“ (Zu verkaufen: Babyschuhe, nie getragen). Die Information, dass die Babyschuhe nie getragen wurden, macht aus den sechs Worten die Geschichte.  Die Hörer entwickeln in ihrer Fantasie sofort die Freude der Eltern über ein Neugeborenes und die Trauer über ihren Verlust. Das ist der Trick beim Geschichtenerzählen: Je mehr Sie die Fantasie Ihres Publikums anregen, um so weniger Worte müssen Sie machen.

 

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