Ein Buch schreiben? – Ein Bericht von Andrea Gärtner

Andrea Gärtner lebt als Diakonin in Duingen und hat nun ihren ersten Roman „Herzfehler“ veröffentlicht.

Ein Buch schreiben?

Ein Buch schreiben? Klar, wollte ich immer schon mal. Darum habe ich auch im zarten Alter von 13 Jahren ein erstes Manuskript an einen Kinderbuchverlag geschickt. Und meine erste Absage kassiert. Meinen Ambitionen, professionelle Schriftstellerin zu werden hat das schnell den Stecker gezogen. Ich bin der Literatur zwar treu geblieben, aber eher auf der anderen Seite des Buches – als Leserin.
Vor einigen Jahren hat mich das Schreibfieber dann aber doch wieder gepackt. Ich meldete mich zu Schreibkursen bei schreibwerk berlin an und lernte dort neben dem nötigen Handwerkszeug auch meinen ersten Romanhelden kennen.

Ursprünglich bin ich zum Schreiben angetreten, um einen Krimi zu schreiben. Ich selber lese gern Krimis, darüber hinaus mag ich aber auch alle Bücher, in denen skurrile Figuren gut gezeichnet sind. Dabei ist mir das Genre dann (fast) egal. So kommt es, dass in meinem Bücherregal Stephen King neben Hermann Hesse steht, Douglas Adams auf Henning Mankell trifft und Andreas Franz an Astrid Lindgren lehnt.

Um Gottes Willen keine Liebesgeschichte!

Ein Krimi oder ein Thriller sollte es also werden – aber um Gottes Willen keine Liebesgeschichte! Und dann?

Steckte ich plötzlich doch mittendrin, in einer Liebesgeschichte. Und ich habe sie liebgewonnen! Eben weil ich meinen Helden mochte.

Trotzdem gab es lange Durststrecken. Zeiten, in denen ich einfach nicht zum Schreiben kam oder keinen Antrieb hatte, nicht in den Flow fand oder einfach mit anderen schönen Dingen des Lebens beschäftigt war. Doch diese Figur ließ mich nicht los, seine Geschichte wollte erzählt werden.
Glücklicherweise bin ich Teil einer kleinen aber feinen Autorinnen-Runde. Diese Frauen haben mich immer ermutigt und bestärkt, die Geschichte weiter zu erzählen. Gleichzeitig waren sie mir eine Herausforderung – immerhin haben zwei von ihnen schon vor mir ihr erstes Buch veröffentlicht!
Vom ersten Satz der Geschichte bis zum fertigen Roman sind unglaubliche fünf Jahre vergangen. Es gab Monate, in denen ich nicht ein Wort zu Papier brachte. In anderen schrieb und veröffentlichte ich Kurzgeschichten. Immer aber hatte ich diese Geschichte im Kopf, entwickelte Protagonisten weiter, feilte am Plot, überdachte Dialoge.

Endlich den letzten Schlusspunkt gesetzt?

Als ich endlich den letzten Schlusspunkt gesetzt hatte, war ich einerseits überglücklich, es endlich geschafft zu haben, und andererseits traurig, all diese Figuren, die so lange zu meinem Leben gehört hatten, nun gehen zu lassen.

Beides war voreilig!

Die Überarbeitung des Manuskripts hat fast genauso lang gedauert wie das Schreiben an sich. Sicher, das weiß man doch. Liest man ja auch überall und lernt es auch in Schreibkursen. Aber das dann selbst zum ersten Mal zu erleben ist etwas ganz Anderes.

Unzählige Korrekturbögen, Anmerkungen der verschiedensten Probeleserinnen, Rückfragen zum Plot, die alles in Frage stellen, siebenmal dasselbe Kapitel, …

Wenigstens fiel mir danach der Abschied von den Figuren nicht mehr so schwer. Das Glücksgefühl hat Platz bekommen.

Jetzt ist es geschafft. Der Roman ist veröffentlicht. Es war so lange unwirklich, bis ich das fertige Buch in Händen hielt.

In meinem Kopf sind übrigens schon neue Helden eingezogen. Und wer weiß – vielleicht wird es dieses Mal ein Krimi?

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