Die 7 (sieben) ultimativen Schreib-Ideen!!! (finden Sie am Ende des Textes)

Diese 7 Änderungen bringen Ihnen mehr Umsatz im Roman

Titel für Newsletter und Blogs

Ist Ihnen auch schon mal aufgefallen, dass viele Titel von Newslettern und Blogs mit einer Zahl beginnen? 8 Tipps zum besseren Schreiben etwa oder 10 Klassiker, die wir niemals lesen wollten? 9 Dinge, die erfolgreiche Menschen niemals tun oder 10 Dinge, die euer Gehirn verändern oder 8 Dinge, die dich sofort sympathisch machen, 11 Dinge, die jede Frau wissen sollte (alternativ die 8 Dinge, die jeder Mann über Frauen wissen sollte) ….

Newsletter-Apologeten

Newsletter-Apologeten preisen nämlich diese Strategie der magischen Zahlen an, damit die potentiellen LeserInnen (by the way, gemeint damit sind natürlich KäuferInnen) den Newsletter überhaupt öffnen. Das Gehirn, so sagen sie, sei immer auf der Suche nach Struktur und Übersicht, und Listen scheinen das zu versprechen. Außerdem bieten sie Rezepte, die das Leben leichter, die Liebe schöner, das Schreiben erfolgreicher machen sollen. Und natürlich die Erfolgsformel für Blogschreiber.

Einen Blick darauf werfen

Menschen, die sich an und für sich gar nicht für Ihr Produkt oder Ihren Text interessieren, sollen zumindest einen Blick darauf werfen. Ich habe einen Blick auf die „17 beste Wege einen Blogtitel zu erstellen, der mehr Besucher anlockt“ geworfen. Aus der creative-writing-Perspektive betrachtet, fällt man aus allen Wolken: Nie geht es darum, sich um eine schöne Sprache zu bemühen, sondern einfach um Superlativ-Adjektive (beste, schlimmste etc.), um Zahlen, die Checklisten und „Geheimnisse“ verraten, um „Methoden“, die schnellen Erfolg garantieren, um die Angst, die wir bei unserem Publikum schüren bzw. ausnutzen: 7 Dinge, die Sie niemals essen sollten17 Methoden, wie Sie garantiert früher sterben27 Fakten, die uns die NASA verheimlicht (dazu noch ein großgeschriebenes EILT! Und ein oder mehrere Ausrufezeichen). Das sind die XXL-Geheimnisse, LeserInnen zu Ihrem Blog zu führen, zu Ihrem Newsletter, zu Ihrem Produkt oder Angebot. Und wenn die Zahlenangaben eine 7 beinhalten: um so besser, denn Sie, mein hochverehrtes Publikum, Sie reagieren besonders aufmerksam auf diese magische 7. Zugegeben, je länger man sie anschaut, desto schöner wirkt sie auch.

Der Titel-Generator

Um ungeübten Blog-Schreibern bei der Titelei zu helfen, gibt es sogar einen Titel-Generator (entweder direkt im Newsletter-Programm, bei mir unter Ideen oder hier im Netz). Dort geben Sie Ihr Schlagwort ein und finden dann, z.B. bei den Schlagwörtern „Schreiben“, „Online“ und „Roman“ zwanzig Varianten, von denen ich Ihnen hier beispielhaft einige nenne:

  • Kennen Sie den Steve Jobs der Schreiben Szene?
  • Diese 7 Änderungen bringen Ihnen mehr Umsatz in Ihren Roman
  • Wie Sie einem skeptischen Chef eine/n Schreiben verkaufen (Checkliste)
  • 20 neue Online, die Ihre Kunden lieben werden

Nun ja, Titel-Generatoren sind auch nicht gerade Helden.

Das unkreative Schreiben

Es gibt noch weitere Freuden des Internet-Schreibens, von dem Kenneth Goldsmith sagt, dass es eh das „unkreative Schreiben“ sei (damit aber mitnichten eine Abwertung transportieren will): Copy & Paste zum Beispiel – also einfach etwas aus einem schon geschriebenen Text kopieren und in den eigenen Text überehmen. Kenneth Goldsmith vertritt die These, es gäbe schon derart viele Texte, dass wir uns keinesfalls mehr um Originalität bemühen sollten, ja dass die Originalität des 21. Jahrhunderts genau in der Unkreativität, im Un-Eigenen bestehe. Denn was in den Buchläden oder bei Amazon zu finden sei, seien die immer gleichen Geschichten nach dem immer gleichen (schon seit der Antike verwendeten) „Rezept“. Wir müssten unseren Begriff von Originalität neu denken und keinesfalls dürften wir uns um Eigenes bemühen. Individuell und subjektiv, sogar kreativ sei das Zusammenbringen alter Textstücke in einen neuen allemal. Lassen wir mal Kenneth Goldsmith‘ Theorien dahin gestellt und kehren zum Internet-Schreiben zurück.

SEO schreibt den Text vor

Die SEO-Hilfe beim „Erstellen von Texten“ (was ja auch schon ein wunderbarer Ausdruck ist) gibt Tipps zur  „Lesbarkeit“ des Beitrags, den Sie gerade schreiben. Wenn ein Satz länger als üblich ist, wird das sofort moniert, wenn – eventuell gar aus rhythmischen Gründen – mehrere Sätze hintereinander mit demselben Wort (oder Wortfolge) beginnen, dann blinkt die Ampel total rot. „Das hast du gut gemacht, Hanne“ – dieses Lob kommt manchmal auch vor, wenn ich mich sklavisch an die Vorgaben gehalten, Titel mit Zahlen und Geheimnissen, mit Superlativen und Verschwörungstheorien „erstellt“ habe und wenn die Absätze nicht mehr als 150 Worte enthalten (denn mehr wirkt sich negativ auf die Lesbarkeit aus), wenn der Text genügend Zwischentitel aufweist – mit den oben schon genannten Eigenschaften – und wenn ich niemals so lange Sätze schreibe wie diesen hier. Denn die Lesbarkeits-Markierung dieses Textes ist knallrot, das können Sie mir glauben.

Das Glück aus der Internetwolke
Die 7 (sieben) ultimativen Schreib-Ideen

Regeln gibt es allenthalben, wenn man Erfolg haben möchte (und wer möchte das nicht)? Gepredigt von tatsächlich existierenden Personen, die einem das Glück aus der Internetwolke versprechen und von Algorithmen, die immer mehr nicht nur unser Leben, sondern das Denken und die Sprache beeinflussen. Es bleibt auf jeden Fall spannend, diese Entwicklung weiterhin zu beobachten.

Bevor ich aufhöre, muss ich Ihnen ja noch die 7 ultimativen Schreib-Ideen verraten, die Sie zu einem glücklichen Autoren, einer glücklichen Autorin machen:

  1. Schreiben
  2. Schreiben
  3. Schreiben
  4. Schreiben
  5. Schreiben
  6. Schreiben
  7. Schreiben

Damit wäre ja schon (fast) alles gesagt. Und gleich moniert das der Lesbarkeits-Analytiker:

 

1 Kommentar

  1. aspritroe
    Das musste mal gesagt sein, liebe Hanne! Und danke: ich werde mich öfter an "rot" bei den Ampelfarben des SEO-Apparates erfeuen - kann ja auch einfach "Innehalten" bedeuten. Für mich und die Leser*innen.

Hallo, hier können Sie einen Kommentar verfassen. Wir würden uns darüber freuen.

%d Bloggern gefällt das: