Lohn der Angst: die Veröffentlichung

2017 war ein sehr erfolgreiches Jahr für viele, die sich auch in unseren Kursen das Handwerk des Schreibens angeeignet haben.

Wir sind stolz auf die Veröffentlichung folgender Bücher in 2017

Unsere Gratulation gilt:

Natascha Birovljev zu  Schattenpferde der Rocky Mountains,

Gunda Botsch zu Die Fremde in ihr,

Andrea Gärtner zu Herzfehler,

Christine Klinger zu  Nur ein Kuss,

Brigitte Krächan zu  Kalte Rache,

Jack Lund zu Über den Wolken und

Iris Otto zu  Raub von Silber, Mord für Gold

Fast alle haben für unseren Blog über das Abenetuer des Schreibens und über die Veröffentlichung berichtet. Das können Sie hier lesen. Weiterlesen

Das Sparschwein – Short Story von Elena Fischer

Elena Fischer lebt in Mainz, arbeitet in Heidelberg und schreibt meistens im Zug.
Der Text ist im Speed-Writing entstanden

Das Sparschwein

Er lag in seinem Hochbett. Das Sparschwein, das der Vater ihm zum letzten Geburtstag geschenkt hatte, ruhte auf seinem Bauch und sah ihn dümmlich grinsend an. Er fuhr über das glasierte, rosa Porzellan. Es fühlte sich kalt unter seinen Händen an. Das Schwein hatte einen Schlitz am Rücken und durch diesen Schlitz fraß es. Hier einen Euro, da zwei Euro Taschengeld, und manchmal, wenn er bei seiner Oma gewesen war, einen Fünf-Euro-Schein, aber das war die Ausnahme. Seine Mutter achtete darauf, dass er das Tier regelmäßig fütterte, sie wollte keinen Ärger mit dem Vater riskieren. Das, was das Schwein verschlang, war erst einmal verloren. Es hatte zwar ein Loch im Bauch, aber das war verschlossen. Weiterlesen

Feine Gesellschaft – Short Story von Andrea Gärtner

Diese Story entstand im Speed-Writing
Andrea Gärtner, Jahrgang 1974, lebt und arbeitet in Südniedersachen. Nebenbei schreibt und veröffentlicht sie Kurzgeschichten. 2017 erschien ihr erster Roman „Herzfehler“.

Sie war und blieb allein

„Du kannst mich doch hier nicht so liegen lassen!“

Unten fiel mit lautem Knall die Tür ins Schloss. Für einen Moment hielt sie den Atem an. Er würde zurückkommen und sie losmachen. Ganz sicher. Sie lauschte, hoffte etwas zu hören, das seine Rückkehr ankündigte. Als das Zimmer vor ihren Augen zu verschwimmen begann, atmete sie keuchend aus. Sie war und blieb allein. Um sie herum nichts als Stille. Lediglich das Ticken der Standuhr war zu hören. Weiterlesen

Was ist eigentlich Storytelling?

Zauberformel für Geschichten

„It’s all about Storytelling“, sagt Annie Leibovitz über ihre Arbeit. Selbst Fotografen erzählen also Geschichten, wenn sie berühmt werden wollen. Sie finden den besonderen Moment, in dem eine Story steckt und der die Fantasie anregt.

Storytelling gilt als Zauberformel für Geschichten, für die glückende Kommunikation zwischen Sender und Empfänger. Wenn Sie „Ihre Story“ gefunden haben, werden Sie mehr Follower, Leser, Zuschauer und letztendlich auch mehr Kunden erhalten. Weiterlesen

Online-Special – exklusiv bei schreibwerk berlin

Online-Special: Zur Kunst, zum Reisen, zum schnellen Schreiben, zum extremen Denken

Manchmal fällt uns etwas ein. Etwas ganz Besonderes – zu einem Thema, zu einer Saison, um Blockaden zu lösen … Und dann machen wir daraus ein Online-Special: handgeschrieben, urheberrechtlich geschützt, exklusiv nur bei schreibwerk berlin.

Online-Special Kunst-Geschichten 1 und 2

Online-Special Kunst-Geschichten

Da wir Kunst lieben, haben die Kunstwissenschaftlerin Dr. Tanja Klemm und ich (Dr. Hanne Landbeck), den Kurs „Kunst-Geschichten“ entwickelt. Im ersten Teil geht es um einfache Zugänge zur Kunst und vor allem darum, eigene Worte für hehre Kunst zu finden. Auch lernen Sie, die Angst vor der Kunstbeschreibung kreativ zu nutzen. Wir leiten Sie dazu an, die Brücke zwischen Literatur und Kunst zu bauen und literarische Texte zu schreiben, in denen die Kunst eine Rolle spielt. Inzwischen gibt es Teil 2 dieses Kurses. Er beschäftigt sich mit den Betrachtern von Kunst, bietet ein Kapitel über das Porträt in der Kunst und der Literatur. Schließlich gelangt er über die Landschaftsmalerei bis zu Seelenlandschaften in der Kunst und der Literatur. Weiterlesen

Beitrag zum Wettbewerb „Notizbuch“ von Maria Unger

Maria Unger ist ehemalige Lehrerin und lebt in Bayern

Notizbuch 4 2017 – 08 – 29

Gedanken einer älteren Frau
ihren Umgang mit Notizbüchern betreffend

Eine Wolkenguckerin

Vor Jahren hat die Tochter der Mutter ein wunderschönes Buch geschenkt, SKYWRITING journal . Sie weiß nämlich, dass die Mutter eine Wolkenguckerin ist, dass sie manchmal Geschichten schreibt und noch öfter Geschichten liest. Aber Lesetexte enthält das Buch nicht, die Seiten sind nicht durchnummeriert, sondern über jede Doppelseite erstreckt sich ein Foto von Wolkenmassen, von Landschaften, die sich unter einem breiten Himmel ausdehnen, oder von Nebelschwaden, die Berge einhüllen. Krähen sitzen auf einem Kabel im blassen Abendlicht, ein gleißender Blitz zuckt aus einer Wolke, eine kaum sichtbare, schwach gekräuselte Linie trennt Himmel und Wasser. Überall viel freie Fläche, Wolkenweiß, Meeresblau und Nebelgrau. Weiterlesen

Beitrag zum Wettbewerb „Notizbuch“ von David Betzing

David Betzing ist Student der Geschichte und Germanistik

»Das Ende ist der Anfang« oder »Opfer der modernen Zeit«

Ich klappte mein Notizbuch zu

Niemand, der ohne Sorgen ist, fängt an zu schreiben, dachte ich mir. Ich klappte mein Notizbuch für diesen Tag zu. Meine Pflicht war getan, ein weiterer Tag dokumentiert. Falls sich irgendwann mal jemand für mein Leben interessieren sollte.

Ich legte es auf meine metallene Ablage über meinem metallenen Schreibtisch. Alles hier war aus Metall, Glas oder Plasma. Im Weltraum mussten die Materialien widerstandsfähig sein. Mein Notizbuch hingegen war in einen Ledereinband gebunden, mit Papier aus handgeschöpften Rosenblättern. Ich hatte es extra von der Erde hierher transportieren lassen. Fast mein ganzer karger Lohn ging dafür drauf. Ich musste immer ein Jahr im Voraus bestellen, damit es rechtzeitig ankam, wenn ich das letzte Buch vollgeschrieben hatte. Hier, auf dem Außenposten im Musk-System, bekam man Lust aufs Schreiben. Weiterlesen

Beitrag zum Wettbewerb „Notizbuch“ von Melanie Penquitt

Nicht bloß Worte

Erinnere-dich

„Bitte nimm mich mit“, sprach mein Notizbuch und ich nahm es mit. Mit zum Einkaufen. Zu Ausflügen. Zur Arbeit. Mit in den Urlaub. Mein Notizbuch wurde zum ständigen Begleiter. Zum Freund. Zum Erinnere-dich. Zum Therapeuten. Anstelle von Fotos, die in Fotoalben geklebt werden, hielt ich Worte fest. Und ganz im Gegensatz von Fotoalben, in denen nur das Schöne festgehalten wird, vertraute ich meinem Notizbuch alles an. Ich schrieb von Gefühlen und Gedanken genauso wie von Einkaufslisten und Kontaktdaten. Fuhr ich mit dem Auto, so saß mein Notizbuch neben mir oder lag im Handschuhfach zum Ausruhen. Passierte ich interessante Ortsnamen, so rief es aus: „Bitte füttere mich!“ Ich tat wie geheißen, denn ich wußte, ich würde bei der einen oder anderen Kurzgeschichte wieder darauf zurückgreifen können. Weiterlesen

%d Bloggern gefällt das: