Wie ich einen Roman schrieb – von Jack Lund

Über den Wolken

Alles begann im Februar 2014 mit einem Online-Kurs von schreibwerk berlin. „Extremdenken“ nannte er sich, und aus verschiedenen persönlichen Gründen erschien mir der Titel als passende Herausforderung für meine damalige Situation. Im Kurs entstanden die zwei Hauptfiguren meines ersten Romans, ÜBER DEN WOLKEN, der chaotische Mediziner und Transmann Joshua und der (zunächst) pflichtbewusste Bundewehrpilot Jacob.

Feedback war ermutigend

Das Feedback meiner zahlreichen Mitschreibenden war sehr ermutigend- dafür danke ich Euch ganz herzlich! Ihr habt mich ermutigt, von Anfang an das ganz große Ziel, meinen ersten Roman, ins Auge zu fassen.

Erste Plotideen entwickelten sich im Kursabschnitt „Extreme Handlung“, dann musste ich das Projekt aus beruflichen Gründen für zwei Monate auf Eis legen. Aber die Schreibwut hatte mich gepackt, ich wurde immer unzufriedener, bis mich meine bessere Hälfte entnervt drängte, doch endlich wieder zu schreiben – ich sei sonst unerträglich. Weiterlesen

Kein Housekeeping – von Andrea Gärtner

„Kein Housekeeping“ – von Andrea Gärtner

Diese Short Story entstand im Speed-Writing-Kurs als Gewinn des Wettbewerbs „Warum schreiben Sie?“

„Housekeeping!“ Mathilda klopfte dreimal zügig an die Tür mit der Nummer 326. Gerade als sie in ihrer Schürze nach der Keycard fingerte, öffnete sich die Kabinentür einen Spaltbreit. Eine dicke Nase kam zum Vorschein, rot geädert und feucht glänzend. Mathilda zwang sich den Blick davon abzuwenden und mit dem Gast wie vorgeschrieben höflich lächelnd Blickkontakt aufzunehmen. Das Lächeln gefror ihr auf der Stelle. Piotr Wolkow – so hieß der Mann laut ihrer Liste – starrte sie aus unterlaufenen Augen grimmig an. Die Bartstoppeln der letzten Tage zierten seinen teigigen Teint, ein Schweißfilm bedeckte seine Haut.

„Brauche nicht Housekeeping“, sagte er in gebrochenem Deutsch und entblößte dabei schiefe gelbe Zähne. Der faulige Mundgeruch, der mit den Worten bei Mathilda ankam, verursachte ihr Übelkeit. Sie straffte die Schultern. „Herr Wolkow, Ihre Kabine wurde meinen Aufzeichnungen zufolge seit vier Tagen nicht gereinigt.“ Weiterlesen

Warum schreiben Sie? Kleiner Wettbewerb

Warum schreiben Sie?

Warum schreibt ein Mensch? Warum schreiben Sie? Das möchten wir gerne erfahren.
Es gibt sicher 1001 Gründe, weshalb wir schreibend (vielleicht erst einmal uns selbst) etwas erzählen.

Schreiben Sie uns, warum Sie schreiben (oder gerne schreiben würden). Die besten Texte veröffentlichen wir auf unserer Homepage – und wenn es einen allerbesten Text gibt, dann können Sie einen Speed-Writing-Tag gewinnen. Geben Sie uns Ihr Wunschdatum an, Sie erhalten dann den Schreibimpuls und von uns wie üblich einen Kommentar, bis Ihr Text publikationsreif ist und am nächsten Tag auf unserer Homepage erscheint.

Senden Sie uns Ihre Gründe für das Schreiben bis zum 28. Februar an mit dem Betreff: Warum ich schreibe. info@schreibwerk-berlin.de
Urs Faes, ein schweizer Schriftfsteller, der gerade  70 Jahre alt wurde, sagt das so: Festhalten, was ist, um zu erfahren, wer man ist: Das ist für den Autor ein Grundmotiv des Schreibens. In einer Situation, in der alles unsicher wird, sind die Notizen das Einzige, das dem Schreiber ganz allein gehört. Und sie sind das Einzige, das ihn mit der Welt verbindet. Indem er schreibt, ordnet er seine Welt und gibt ihr einen Sinn. (zitiert nach einem Artikel aus der NZZ vom 12. Februar 2017).

Tonie Richter sagt es in Ihren eigenen Worten – übrigens ist es ein kurioses Faktum, dass Frauen mit Kindern und Job oft besessene Autorinnen sind: das wenige an Zeit, was sie erübrigen können, widmen sie dem Schreiben. Warum? Lesen Sie Tonie Richters Aussagen – und dann freuen wir uns auf Ihre eigenen Gründe für das Schreiben – oder zumindest für das Schreibenwollen.

Die Frauenfrage

Die Frauenfrage wird wieder „neu“ gestellt.
Es hat lange gedauert, bis die Frauenrechtlerinnen wie Luise Otto-Peters, Jenny Hirsch u.a. Gehör fanden und in Deutschland der Schleier (alias Kopftuch) abgelegt wurde.

 

Aber nun wird in unserem Land durch die Hintertür vermehrt die Frauenfrage gestellt: Was ist denn schon dabei, wenn Frauen voll oder teilweise bedeckt in den Straßen ihren Männern hinterher laufen? Was ist denn schon dabei, wenn sie allein für den Haushalt und die Kinder verantwortlich sind und natürlich nicht (bezahlt) arbeiten dürfen? Was ist denn schon dabei, wenn Vater/Bruder auf die „Ehre“ der Tochter/Schwester aufpasst? Was ist denn schon dabei, wenn vermehrt an Hintern gefasst wird? Sind eben andere Kulturen und wir müssen diesen Kulturen gegenüber offen sein.

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Unsere modernen Helden (3): Leonard Cohen

Good bye, Leonard

Gestorben ist er nun, Leonard Cohen, der Mann mit dem Anzug, der Sänger mit den wenigen Akkorden und der tiefen Stimme. Der Mann, der in seinem Song „Anthem“ den Riss in der Wand  lobte, durch den das Licht falle.  Und der Mensch,  der die Melancholie einer Generation ausdrückte, ja inkarnierte. Aber immer machte er sich auch über sich selbst lustig. Weiterlesen

Moderne Helden (2): Von Donald Trump lernen

Moderne Helden (2): Von Donald Trump lernen
heißt: siegen – pardon – schreiben lernen

Ob Sie es glauben oder nicht: Donald Trump ist der ideale Protagonist. Ist er nicht wie aus einem Märchen? Der Prinz wohnt im Schloss, er fliegt mit seiner eigenen Maschine, in der es goldene Wasserhähne gibt –  er ist ein Held, weil er sich gegen das Establishment auflehnt und noch mehr ist er ein Held, weil er gewonnen hat.

Der Tabubruch wirkt!

Vielleicht nicht in der Realität, aber für literarische Texte wäre ein Charakter wie Donald Trump ein großer Gewinn. Er brach im Wahlkampf alle Tabus, auf die sich eine US-amerikanische gebildete Meinungs-Mehrheit geeinigt hatte. Dabei weiß er genau, was er tut.  Zum Beispiel sagte er: „Während Bette Midler eine extrem unattraktive Frau ist, wage ich es dennoch nicht, das zu sagen, weil ich darauf bestehe, immer politisch korrekt zu sein.“ – Er spielt mit den Verboten, er zitiert und übertritt sie. „Ich habe keine Zeit für politische Korrektheit. Dieses Land hat auch keine Zeit.“ Weiterlesen

Gedanken zum Nobelpreis für Literatur: Albert Camus lebt …

.. in unserem Bewusstsein.Und wir erinnern schnell mal an ihn, bevor der aktuelle Nobelpreis für Literatur vergeben wird.

Schon allein, weil Albert Camus aussah wie der Humphrey Bogart unter den Schriftstellern. Und weil er Dinge sagte, die wir teilen können, z.B.: „Antwort auf die Frage nach meinen zehn bevorzugten Wörtern: Die Welt, der Schmerz, die Erde, die Mutter, die Menschen, die Wüste, die Ehre, das Elend, der Sommer, das Meer.“ (Tagebücher 1951-1958). Übrigens gewann er den Literaturnobelpreis im Jahr 1957. Zeit, mal wieder was von ihm zu lesen. Z.B. „Der Fremde“ „Aujourd’hui, maman est morte. Ou pet-être hier, je ne sais pas.“ („Heute ist Mama gestorben. Vielleicht auch gestern, ich weiß es nicht.“) So lauten die beiden denkwürdigen Anfangssätze dieser befremdenden Novelle.


(Michel Houellebecq)

Nobelpreis für Literatur

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Prokrastinieren Sie: richtig!

Sie wollen ein Buch schreiben? Ach nö! Prokrastinieren ist besser

Es gibt Menschen, die wollen ein Buch schreiben. Sie nehmen sich das ernsthaft vor, haben eine Idee, ein Thema, vielleicht einen Beginn, manchmal sogar schon mehr als fünfzig Seiten. Doch dabei bleibt es erst einmal.

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