Schreibimpulse – ein Weg zur Inspiration

Hilfe für die Inspiration

Manchmal braucht die Inspiration Hilfe, um auf die Sprünge zu kommen. Ideen scheinen oft aus dem heiteren Himmel zu kommen, aber das Gehirn braucht dafür Anregungen, und – sollte der Himmel sich weigern, von alleine welche zu schicken, suchen wir sie eben. Auf der Straße, im Café – oder eben durch Schreibimpulse.

Writing prompts sind Impulse, die Ihnen dabei helfen, in das Schreiben zu gelangen. Das englische Wort ist deshalb so schön, weil es „prompt“ enthält: und so soll es auch sein. Setzen Sie sich hin, ziehen Sie sich die Anregung rein und schreiben Sie los. Verkürzen Sie die Bedenkzeit. Nur wenn Sie nicht lange darüber nachdenken, werden Sie Ideen entwickeln, Themen und Protagonisten finden. Und nicht zuletzt ganze Szenen und Geschichten zu schreiben.

Unsere Fantasie braucht Anregung, um auf Touren zu kommen. Im Alltag sind wir eingespannt in oft dieselben Abläufe, Routinen und Denkmuster. Schreibimpulse können dabei helfen, um auf andere Gedanken zu kommen und auf neue Ideen.

Wir haben ein Paket mit zehn Impulsen zusammen gestellt. Die Pdf-Datei enthält zusätzlich ein paar Tipps, wie Sie Ihre Ideen bündeln und Ihr Material organisieren.
Wenn Ihre Buchung und Bezahlung (entweder per Paypal oder Überweisung) eingegangen sind, erhalten Sie umgehend den Reader per E-Mail.

 

 

Der Charme des weißen Hauses – von Claudia Siemon

Der Charme des weißen Hauses von Claudia Siemon

Der Text entstand im Speed-Writing als Gewinn des Wettbewerbs „Warum schreiben Sie?“
Claudia Siemon, geb. 1954, Studium Englisch und Russisch in Göttingen und Innsbruck. Lebt in Tirol. Veröffentlichte Fantasy und andere Kurzgeschichten und arbeitet als Sekretärin in Innsbruck.

Robert Brenning schaute auf den Abzug des alten Stadtfotos und verglich es mit der Szenerie um sich her. Es könnte stimmen, dachte er. Die alten Häuser rundum – nun gut, sie waren Neubauten gewichen, möglicherweise auch im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, das Bild war uralt, um 1900 herum entstanden, vielleicht noch früher; mit Mode kannte er sich nicht aus, schon gar nicht mit so altmodischer. Er musste über sein eigenes Wortspiel lachen und sah noch einmal genau hin. Doch, das Haus, das auf dem Foto eine weiße Fassade aufwies, mit dem Erker oder Balkon über der Tür, das hätte sich durchaus in dieses Haus hier ver­wandeln können; ohne Balkon zwar jetzt, aber der Erker war noch da. Und die Kirche? An Sakralbauten wird nur wenig verändert; eher detailgetreu restauriert. Er bog um die Ecke und stand vor der Seitentür der Kirche. „Ora pro nobis“, stand in großen schwarzen Lettern darüber. Er trat einen Schritt zurück. Ja, das war die Kirche, unbedingt! Die Tür, die Inschrift. Er war am Ziel. Er würde … Weiterlesen

Leidenschaft und Disziplin – die Grundtugenden von Autor*innen

Talent die wichtigste Gabe?

Sie glauben, dass Talent die wichtigste Gabe sei, um Autor*in zu werden? Sie irren! Talentierte, schreibtalentierte Menschen gibt es wie Sand am Meer. Aber diese sind oder werden nicht zwangsläufig auch Schriftsteller. Schriftsteller benötigen zwei Dinge, ohne die sie die Mühen der Täler, die sie durchschreiten werden, nicht überstehen: Leidenschaft und Disziplin. Weiterlesen

Kein Housekeeping – von Andrea Gärtner

„Kein Housekeeping“ – von Andrea Gärtner

Diese Short Story entstand im Speed-Writing-Kurs als Gewinn des Wettbewerbs „Warum schreiben Sie?“

„Housekeeping!“ Mathilda klopfte dreimal zügig an die Tür mit der Nummer 326. Gerade als sie in ihrer Schürze nach der Keycard fingerte, öffnete sich die Kabinentür einen Spaltbreit. Eine dicke Nase kam zum Vorschein, rot geädert und feucht glänzend. Mathilda zwang sich den Blick davon abzuwenden und mit dem Gast wie vorgeschrieben höflich lächelnd Blickkontakt aufzunehmen. Das Lächeln gefror ihr auf der Stelle. Piotr Wolkow – so hieß der Mann laut ihrer Liste – starrte sie aus unterlaufenen Augen grimmig an. Die Bartstoppeln der letzten Tage zierten seinen teigigen Teint, ein Schweißfilm bedeckte seine Haut.

„Brauche nicht Housekeeping“, sagte er in gebrochenem Deutsch und entblößte dabei schiefe gelbe Zähne. Der faulige Mundgeruch, der mit den Worten bei Mathilda ankam, verursachte ihr Übelkeit. Sie straffte die Schultern. „Herr Wolkow, Ihre Kabine wurde meinen Aufzeichnungen zufolge seit vier Tagen nicht gereinigt.“ Weiterlesen

Augenblick – von Andrea Gärtner

 Augenblick – von Andrea Gärtner

Diese Short Story entstand im Speed-Writing, dem Gewinner-Kurs des Wettbewerbs „Warum schreiben Sie“

Milla saß am Fenster und starrte hinaus. Das muntere Treiben ihres Lieblingscafés hatte sie ausgeblendet. Sie hielt ihren Latte zwischen den eisigen Fingern und dachte angestrengt nach. Wie hatte es nur soweit kommen können? Sie hatte sich immer für eine emanzipierte Frau gehalten, die ihr Leben klar vor sich gesehen hatte. Mit dem Volontariat im Museum war sie ihrem Traumberuf der Kuratorin wieder ein Stück nähergekommen. Und die Beziehung zu Till hatte sich anfangs auch genauso gestaltet, wie sie sich das gewünscht hatte. Anfangs. Sie trank einen Schluck Kaffee und stellte das Glas ab. Als ihr Ellenbogen die Tischkante berührte, zuckte sie schmerzhaft zusammen. Weiterlesen

Ein merkwürdiger Tag – von Diana Ohmann

Ein merkwürdiger Tag – von Diana Ohmann

Diese Short Story entstand im Speed-Writing – der Gewinn des Wettbewerbs „warum schreiben Sie?“

iAm sah sich um. Das konnte einfach nicht möglich sein. Absolut unmöglich. Er kniff die Augen zusammen und öffnete sie wieder, in der Hoffnung; alles würde sich nur als böser Traum entpuppen. Von dem braunen Sumpfmann, mit dem er sich die karge Schlafzelle in der Karawanserei geteilt hatte, war nur noch eine zerknüllte Decke zu sehen. Immerhin eine Decke! Denn iAms eigene Habseligkeiten hatten sich buchstäblich in Luft aufgelöst, seine Umhängetasche, seine Schuhe, sein Umhang, Proviant – alles war verschwunden. Man hatte es scheinbar sogar geschafft, ihn während der Nacht von seinem Schlafteppich zu rollen und ihm diesen unter seinem Hintern weg zu entwenden. Weiterlesen

Ein Mittsommernachtstraum – von Wolfgang Wimmer

Dieser Text entstand im Speed-Writing (der Gewinn des Wettbewerbs „Warum schreiben Sie“?) – und ist etwas länger geworden, als die üblichen Speed-Writing-Texte

Ein Mittsommernachtstraum – von Wolfgang Wimmer

Die Sonne war nicht wirklich untergegangen. Die Nacht war hell und weich gewesen. Sommer in Norwegen. Marla hatte lange Zeit an Deck gestanden und den silbern glitzernden Bugwellen nachgesehen, bis sie sich an den Felsen brachen. In den Fjorden war die Küste so nah, dass man das Harz der Wälder riechen konnte. Marla fröstelte. Sie war fit für ihr Alter. Man sah ihr die fünfundsechzig Jahre nicht an. Aber jeder Morgen brachte Schmerzen, die dann tagsüber leichter wurden. Sie nahm keine Medikamente. Nicht aus Stolz. Marla wollte einen klaren Kopf haben.

Wenn der Schmerz doch so stark wurde, dass sie stehen bleiben musste, dann nur, um den Krampf im Brustkorb abklingen zu lassen. Wenn das harte Zwerchfell den Atem stoppte und sie ihr Blut in den Ohren rauschen hörte, sah sie in den Augen ihrer Enkelin Laura ihren nahen Tod.

Weiterlesen

Intensivkurs Creative Writing in Chania

Chania, eine Stadt des Lichts

Warum ein Intensivkurs Creative Writing in Chania?
Chania ist eine Stadt des Lichts, des Meeres, der gelassenen Heiterkeit (soweit das in Zeiten der Krise möglich ist) und der Gegensätze: hinter ihr die schroffen Berge, auf denen jetzt noch Schnee liegt, vor der Stadt das Meer mit dem weiten Horizont. Drinnen Bauwerke aus unterschiedlichen Epochen, Herrschaftssystemen, mit antiquiert anmutende Gassen und einer sehr versteckten Synagoge. Das Geschäftszentrum folgt dem Maß an High-Tech, das einer kretischen Metropole angemssen ist. Es gibt Cafés, Bars, Restaurants, eine Uni, das Goethe-Zentrum, ein Gericht, viele viele Kirchen und freundliche Menschen. Ein Wunder, dass die Kreter nach all den Herrschaften, die die Insel und ihre Bewohner – sagen wir mal – „genutzt“ haben, noch so gastfreundlich sind. Weiterlesen

%d Bloggern gefällt das: