Das Notizbuch als Rückgrat der Literatur? Ein Wettbwerb

Das Notizbuch

Das Notizbuch hat unglaublichen Wert für Menschen, die schreiben. Sie können es als Erinnerungshilfe nutzen, um Menschen zu porträtieren, die ihnen begegnen, um Ideen aufzuschreiben für mögliche Geschichte – oder einfach als Stütze für ihre Einkäufe verwenden. Notizbücher sind grandios, auch deshalb, weil wir sie überall hin mitnehmen können und es keine flimmernden Werbefenster gibt, die uns suggerieren, dass wir ganz was anderes tun sollten als zu schreiben. Wir können darin kritzeln, oder sie zu Kunstwerken formen. Wir können viele Notizbücher anlegen und sie dann zusammen bringen wie Doris Lessing das mit dem „Goldenen Notizbuch“ tat. Banale Einkaufslisten können später zu einer Charakterisierung eines Protagonisten dienen, oder wir können dann eine Geschichte über jenen Käse schreiben, den wir damals zu kaufen beabsichtigten … Weiterlesen

Ein Buch schreiben? – Ein Bericht von Andrea Gärtner

Andrea Gärtner lebt als Diakonin in Duingen und hat nun ihren ersten Roman „Herzfehler“ veröffentlicht.

Ein Buch schreiben?

Ein Buch schreiben? Klar, wollte ich immer schon mal. Darum habe ich auch im zarten Alter von 13 Jahren ein erstes Manuskript an einen Kinderbuchverlag geschickt. Und meine erste Absage kassiert. Meinen Ambitionen, professionelle Schriftstellerin zu werden hat das schnell den Stecker gezogen. Ich bin der Literatur zwar treu geblieben, aber eher auf der anderen Seite des Buches – als Leserin.
Vor einigen Jahren hat mich das Schreibfieber dann aber doch wieder gepackt. Ich meldete mich zu Schreibkursen bei schreibwerk berlin an und lernte dort neben dem nötigen Handwerkszeug auch meinen ersten Romanhelden kennen.

Ursprünglich bin ich zum Schreiben angetreten, um einen Krimi zu schreiben. Ich selber lese gern Krimis, darüber hinaus mag ich aber auch alle Bücher, in denen skurrile Figuren gut gezeichnet sind. Dabei ist mir das Genre dann (fast) egal. So kommt es, dass in meinem Bücherregal Stephen King neben Hermann Hesse steht, Douglas Adams auf Henning Mankell trifft und Andreas Franz an Astrid Lindgren lehnt. Weiterlesen

Von Pastelltot zu „Kalte Rache“ – Abenteuer beim Krimischreiben

von Brigitte Krächan

Brigitte Krächan berichtet über die Entstehung ihres Krimis „Kalte Rache“

Das Foto einer toten Fliege

Dieses Foto einer toten Fliege … und der Bildtitel „Pastelltot“ haben zur Idee eines Krimis geführt, der jetzt bei dotbooks erschienen ist.

Bis vor zwei Jahren wäre ich nie auf die Idee gekommen, Krimis zu schreiben.

Meine Schwester hatte das Foto bei Photocase eingestellt und einige Freunde meinten, der Titel wäre perfekt für eine Kurzgeschichte. Ich mag es, wenn jemand meiner Inspiration Beine macht. Die besten Texte schreibe ich, wenn mir ein Bild oder ein Thema vorgelegt wird, und es heißt: „Schreib mal etwas darüber!“ So werde ich gezwungen, meine Komfort-Schreibzone zu verlassen und mich an Neues heranzuwagen. Weiterlesen

Wie ich einen Roman schrieb – von Natascha Birovljev

Natascha Birovljev hat gerade ihren Roman „Schattenpferde“ veröffentlicht. Sie schreibt über ihre Erfahrungen

Der Wunsch, einen Roman zu schreiben

Der Wunsch, irgendwann mal ein Buch zu schreiben, schlummerte schon seit der Schulzeit in mir. Aber ich hatte keine Ahnung, wie und über was ich eine Geschichte schreiben sollte, die länger als eine Kurzgeschichte wäre.
Nach meinem Magisterabschluss führte mich meine Reiselust nach Kanada und die Liebe zu diesem Land erwachte. 2005 habe ich mein Leben in meiner neuen Heimat begonnen. Die ersten Jahre in Kanada waren ausgefüllt mit Pferden, Bergen, Campen und Reittouren, die ich zusammen mit meinem damaligen Mann internationalen Gästen anbot. Dann begann die Ehe zu bröckeln und ich verlor ganz plötzlich meine Mutter. Weiterlesen

Fruchtbare Landschaften?

Furcht- und Fruchtbar: Landschaften

Heute trauern wir mal – nicht nur um Helmut Kohl, sondern um unsere Landschaften (Teil 1). Dann werden wir wieder froh und gehen auf eine Reise (Teil 2).

1: Landschaften

Wir haben gelernt, solche Landschaften wie die hier abgebildete pfälzische als „schön“ anzusehen. Die Reben sind auf gleiche Höhe getrimmt, die Abstände zwischen ihnen sind identisch, damit die Erntemaschinen auch gut durchkommen, die Farbigkeit gibt eine Illusion von Harmonie, grün, so grün … und doch ist es eine durch und durch konstruierte und – Monsanto, BASF, Bayer et. al. sei Dank – fast insektenfreie Anordnung einstmals variationsreichen Wachstums mit Bäumen, Wiesen, (blühenden) Blümchen, Wildkräutern und einem bisschen Chaos. Die Wege sind so gerade wie die Gedanken, die sie uns erlauben. Armes Deutschland. Armes Deutschland? Weiterlesen

Was wäre wenn … Sie neue Perspektiven brauchen?

Der Schwung des Beginns

Viele Autor*innen haben eine Idee, beginnen zu schreiben, sie schreiben weiter – und auf Seite 20, 35 oder gar 86 bleiben sie stecken. Der Schwung des Beginns ist futsch, nichts scheint mehr zu passen oder weiter zu führen. So viel Zeit haben Sie auf den Beginn verwendet, so schöne Momente hat das Schreiben Ihnen beschert, und doch … Sie stecken fest.

Zeit also, andere Perspektiven einzunehmen und neue Fragen zu stellen. Oder vielmehr eine bestimmte Frage:

Was wäre, wenn …?

Nehmen wir das Bild des Feststeckens:  Ihre Protagonisten sind mit dem Auto in den Schlamm gefahren oder stecken mit dem Karren im Wüstensand fest. Was tun sie? Sie suchen nach Hilfe. Vielleicht gibt es ja andere Autos, die mit starken Männern und Seilen vorbeikommen und sie rausholen aus dem Loch. Problem gelöst. Aber die Geschichte steckt schon wieder im Sand. Weiterlesen

Schreibimpulse – ein Weg zur Inspiration

Hilfe für die Inspiration

Manchmal braucht die Inspiration Hilfe, um auf die Sprünge zu kommen. Ideen scheinen oft aus dem heiteren Himmel zu kommen, aber das Gehirn braucht dafür Anregungen, und – sollte der Himmel sich weigern, von alleine welche zu schicken, suchen wir sie eben. Auf der Straße, im Café – oder eben durch Schreibimpulse.

Writing prompts sind Impulse, die Ihnen dabei helfen, in das Schreiben zu gelangen. Das englische Wort ist deshalb so schön, weil es „prompt“ enthält: und so soll es auch sein. Setzen Sie sich hin, ziehen Sie sich die Anregung rein und schreiben Sie los. Verkürzen Sie die Bedenkzeit. Nur wenn Sie nicht lange darüber nachdenken, werden Sie Ideen entwickeln, Themen und Protagonisten finden. Und nicht zuletzt ganze Szenen und Geschichten zu schreiben.

Unsere Fantasie braucht Anregung, um auf Touren zu kommen. Im Alltag sind wir eingespannt in oft dieselben Abläufe, Routinen und Denkmuster. Schreibimpulse können dabei helfen, um auf andere Gedanken zu kommen und auf neue Ideen.

Wir haben ein Paket mit zehn Impulsen zusammen gestellt. Die Pdf-Datei enthält zusätzlich ein paar Tipps, wie Sie Ihre Ideen bündeln und Ihr Material organisieren.
Wenn Ihre Buchung und Bezahlung (entweder per Paypal oder Überweisung) eingegangen sind, erhalten Sie umgehend den Reader per E-Mail.

 

 

Der Charme des weißen Hauses – von Claudia Siemon

Der Charme des weißen Hauses von Claudia Siemon

Der Text entstand im Speed-Writing als Gewinn des Wettbewerbs „Warum schreiben Sie?“
Claudia Siemon, geb. 1954, Studium Englisch und Russisch in Göttingen und Innsbruck. Lebt in Tirol. Veröffentlichte Fantasy und andere Kurzgeschichten und arbeitet als Sekretärin in Innsbruck.

Robert Brenning schaute auf den Abzug des alten Stadtfotos und verglich es mit der Szenerie um sich her. Es könnte stimmen, dachte er. Die alten Häuser rundum – nun gut, sie waren Neubauten gewichen, möglicherweise auch im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, das Bild war uralt, um 1900 herum entstanden, vielleicht noch früher; mit Mode kannte er sich nicht aus, schon gar nicht mit so altmodischer. Er musste über sein eigenes Wortspiel lachen und sah noch einmal genau hin. Doch, das Haus, das auf dem Foto eine weiße Fassade aufwies, mit dem Erker oder Balkon über der Tür, das hätte sich durchaus in dieses Haus hier ver­wandeln können; ohne Balkon zwar jetzt, aber der Erker war noch da. Und die Kirche? An Sakralbauten wird nur wenig verändert; eher detailgetreu restauriert. Er bog um die Ecke und stand vor der Seitentür der Kirche. „Ora pro nobis“, stand in großen schwarzen Lettern darüber. Er trat einen Schritt zurück. Ja, das war die Kirche, unbedingt! Die Tür, die Inschrift. Er war am Ziel. Er würde … Weiterlesen

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